Pakistan vermittelt auf Chinas Initiative neue USA-Iran-Gespräche
Islamabad sondiert auf Drängen Pekings Wege zur Wiederaufnahme festgefahrener Verhandlungen zwischen Washington und Teheran.

Pakistan erkundet nach Angaben aus drei pakistanischen Regierungsquellen Möglichkeiten zur Wiederaufnahme der ins Stocken geratenen Gespräche zwischen den USA und dem Iran. Hintergrund ist ein fast fünf Monate andauernder Krieg zwischen beiden Ländern. Den entscheidenden Impuls für die neuen Sondierungen soll China gegeben haben.
Konkret fanden diese Sondierungsgespräche während eines Besuchs des iranischen Innenministers Eskandar Momeni in Islamabad statt – es war bereits sein zweiter Besuch innerhalb von zehn Tagen. Momeni, der als Vertrauter der iranischen Revolutionsgarden gilt, traf sich laut offiziellen Erklärungen der pakistanischen Regierung mit hochrangigen Regierungsvertretern sowie Armeechef Asim Munir. Alle drei Quellen, die anonym bleiben wollten, da sie nicht befugt waren, das Thema öffentlich zu kommentieren, warnten jedoch: Die Hürden für Gespräche mit den USA bleiben weiterhin hoch.
Pakistans Außenminister Ishaq Dar erörterte die neuen diplomatischen Bemühungen im Nahen Osten auch bei seinem Besuch in China in der vergangenen Woche mit chinesischen Regierungsvertretern. Das chinesische Außenministerium erklärte in einer offiziellen Stellungnahme: „China unterstützt die Vermittlungsbemühungen Pakistans und anderer Parteien." Peking werde weiterhin eine „aktive Rolle bei der schnellstmöglichen Wiederherstellung von Frieden und Ruhe in der Golfregion des Nahen Ostens spielen."
Chinas wirtschaftliche Interessen als Antrieb
Der Grund für Pekings Engagement liegt auf der Hand: China ist der größte Handelspartner des Irans und der wichtigste Abnehmer iranischer Rohölexporte – trotz internationaler Sanktionen gegen Teheran. Gleichzeitig schadet die faktische Schließung der Straße von Hormus chinesischen Handelsinteressen erheblich. „Die Chinesen sind unzufrieden, weil die Angriffe des Irans auf andere Golfstaaten und die Schließung der Straße von Hormus ihre Interessen beeinträchtigen", sagte ein pakistanischer Regierungsbeamter. Störungen im Roten Meer würden zudem einen weiteren wichtigen Handelsweg treffen, auf den Peking angewiesen ist.
Im März hatte Peking bereits seinen Sonderbeauftragten auf eine Pendeldiplomatie-Reise durch den Nahen Osten entsandt. Im Juni unterzeichneten die USA und der Iran eine Absichtserklärung, die nach Vermittlung durch Pakistan und Katar ein 60-tägiges Zeitfenster für Verhandlungen über ein dauerhaftes Abkommen schaffen sollte. Die indirekten Gespräche brachten jedoch keine Fortschritte: Beide Seiten machten sich gegenseitig für Verstöße verantwortlich, und der Konflikt flammte erneut auf.
Pakistan zwischen Riad und Peking
Islamabad befindet sich in einer zunehmend komplizierten Lage. Die vom Iran unterstützte Huthi-Bewegung im Jemen rief Anfang dieser Woche eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien aus – einen engen Verbündeten Pakistans, mit dem Islamabad im vergangenen Jahr ein gegenseitiges Verteidigungsabkommen unterzeichnet hat. Die Huthis erklärten zudem, im Rahmen dieser Seeblockade zwei saudi-arabische Öltanker angegriffen zu haben, was neben der Schließung der Straße von Hormus einen zweiten Engpass für die weltweite Ölversorgung zu schaffen droht.
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Zur AktienanalysePakistan ist auf finanzielle Unterstützung aus Saudi-Arabien angewiesen und hat die jüngsten Huthi-Angriffe auf das Königreich scharf verurteilt. Zu offen für iranische Positionen einzutreten, birgt das Risiko, Riad zu verärgern. Gleichzeitig ist Islamabad von Peking abhängig, das ebenfalls ein wichtiger Finanzier des Landes ist. Diese Zwickmühle macht Pakistans Rolle als Vermittler besonders heikel.
Ein pakistanischer Beamter machte deutlich, welche Bedingung nun erfüllt sein muss: Ein Stopp der Angriffe auf Saudi-Arabien und andere Golfstaaten sei eine „Voraussetzung für die Wiederaufnahme von Gesprächen". Diese Botschaft habe Pakistan dem Iran bereits übermittelt. Die Eskalation durch die Huthis hat damit sowohl die Bedeutung als auch die Hürden für Pakistans jüngste diplomatische Bemühungen weiter erhöht.


