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Palantir 38% unter Rekordhoch – lohnt sich der Kauf jetzt?

Nach einer Wall-Street-Heraufstufung auf „Buy" stellt sich die Frage: Haben Palantirs Gewinne endlich zur hohen Bewertung aufgeschlossen?

Palantir 38% unter Rekordhoch – lohnt sich der Kauf jetzt?

Palantir Technologies (PLTR) wurde diese Woche von der Wall Street auf „Buy" hochgestuft. Das Argument der Analysten ist eines, auf das Bullen jahrelang gewartet haben: Die Gewinne haben endlich zum Aktienkurs aufgeschlossen. Aktuell notiert die Aktie bei rund 129 US-Dollar – rund 38% unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 207,52 US-Dollar.

Der Gewinnanstieg ist dabei bemerkenswert. Vor einem Jahr verdiente Palantir noch 0,08 US-Dollar pro Quartal. Im zuletzt berichteten Quartal lag der Gewinn je Aktie bereits bei 0,34 US-Dollar – mehr als eine Vervierfachung innerhalb von zwölf Monaten.

Starkes Wachstum trotz Kursrückgang

Während die Aktie mehr als ein Drittel ihres Wertes verlor, wuchs das operative Geschäft kontinuierlich weiter. Der Umsatz im ersten Quartal stieg im Jahresvergleich um 85% auf 1,63 Milliarden US-Dollar – und legte im Vergleich zum Vorquartal nochmals um 16% zu. Besonders dynamisch entwickelte sich das US-Gewerbegeschäft mit einem Wachstum von 133%.

Auch die Frühindikatoren zeigen in dieselbe Richtung. Palantir schloss im Quartal 206 Verträge mit einem Volumen von mindestens einer Million US-Dollar ab. Der Gesamtwert aller neu abgeschlossenen Kundenvereinbarungen – der sogenannte Lifetime-Wert – erreichte 2,41 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 61% im Jahresvergleich. Der Umsatz mit der US-Regierung wuchs um 84%, womit das kommerzielle Segment nun der schnellere der beiden Wachstumsmotoren ist.

Die Profitabilität des Unternehmens ist ebenfalls beeindruckend. Der GAAP-Nettoertrag belief sich im letzten Quartal auf 871 Millionen US-Dollar, was einer Gewinnmarge von 53% entspricht. Der bereinigte freie Cashflow lag bei 925 Millionen US-Dollar – eine Marge von 57%. Die Bilanz weist zudem 8 Milliarden US-Dollar an Barmitteln und kurzfristigen Staatsanleihen aus.

Rule of 40: Palantir erreicht Wert von 145

Software-Investoren nutzen häufig die sogenannte „Rule of 40" als Faustregel: Dabei wird die Umsatzwachstumsrate eines Unternehmens zur bereinigten operativen Marge addiert. Ein Wert über 40 gilt als erstrebenswert. Palantir erzielte im letzten Quartal einen Wert von 145 – ein außergewöhnliches Ergebnis, das die operative Stärke des Unternehmens unterstreicht.

Das Management hat zudem die Jahresprognose angehoben. Der Umsatz für das Gesamtjahr soll nun rund 7,65 Milliarden US-Dollar erreichen, was einem Wachstum von 71% entspricht. Der US-Gewerbeumsatz soll um mindestens 120% steigen – Ziele, die beim Quartalsbericht im Mai nach oben korrigiert wurden.

Hohe Bewertung bleibt ein Risikofaktor

Trotz der starken Fundamentaldaten bleibt die Bewertung anspruchsvoll. Palantir wird derzeit mit etwa dem 145-Fachen des aktuellen Gewinns und dem 86-Fachen des erwarteten Gewinns gehandelt. Das ist zwar deutlich günstiger als auf dem Höchststand – damals war der Kurs rund 78 US-Dollar höher bei gleichzeitig niedrigeren Gewinnen –, aber immer noch eine extrem hohe Bewertung im Branchenvergleich.

Hinzu kommen strukturelle Risiken. Die Ausgabenzyklen der öffentlichen Hand können sich ändern, und der Wettbewerb im Bereich KI-Software nimmt von allen Seiten zu. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 310 Milliarden US-Dollar gehört Palantir bereits zu den größten Softwareunternehmen der Welt – die Ära einfacher Kursverdoppelungen dürfte damit hinter dem Unternehmen liegen.

Das Abwärtsrisiko ist erheblich, sollte sich das Wachstum unerwartet deutlich verlangsamen. Bei einem KGV von 86 auf Basis der Gewinnerwartungen bleibt wenig Spielraum für Enttäuschungen.

Fazit: Halten statt Kaufen?

Die Frage, ob Palantir jetzt ein Kauf ist, lässt sich nicht eindeutig mit „Ja" beantworten. Das operative Geschäft könnte den aktuellen Aktienkurs rechtfertigen – doch das Schlüsselwort bleibt „könnte". Wer auf eine größere Sicherheitsmarge setzt und einen Preis deutlich unterhalb des geschätzten inneren Wertes bevorzugt, dürfte die Aktie derzeit eher als Halteposition einordnen. Für risikobewusste Anleger gilt: Die Wachstumsstory ist intakt, aber der Einstiegspreis bleibt entscheidend.

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