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Paramount stoppt Warner-Übernahme wegen Wettbewerbsklagen auf Eis

Zwölf US-Bundesstaaten und die Drehbuchautoren-Gewerkschaft klagen – der 111-Milliarden-Dollar-Deal liegt vorerst auf Eis.

Paramount stoppt Warner-Übernahme wegen Wettbewerbsklagen auf Eis

Der Hollywood-Konzern Paramount hat den geplanten Kauf von Warner Bros. Discovery vorerst ausgesetzt. Grund sind Wettbewerbsklagen von zwölf US-Bundesstaaten sowie der Drehbuchautoren-Gewerkschaft. Laut Gerichtsunterlagen soll die mehr als 100 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme erst nach einer gerichtlichen Entscheidung zu den Klagen – oder spätestens am 1. Juni 2027 – weiter vorangetrieben werden.

Eine Richterin hatte den Deal zunächst bis Mitte August ausgesetzt, um über die Forderung nach einer einstweiligen Verfügung zu entscheiden. Dabei signalisierte sie, dass sie die vorgebrachten Wettbewerbsbedenken durchaus ernst nimmt. Vor allem die demokratisch regierten Bundesstaaten argumentieren, der Zusammenschluss der beiden Unterhaltungsgiganten werde den Wettbewerb bei populären Filmen verzerren und dadurch die Kinos unter Druck setzen.

Teurer Aufschub für Paramount

Der Zeitverzug könnte Paramount teuer zu stehen kommen. Um die Warner-Aktionäre bei der Stange zu halten, versprach Paramount zusätzliche Quartalszahlungen für jeden Zeitraum nach dem 30. September dieses Jahres bis zum endgültigen Abschluss der Übernahme. Analysten zufolge dürfte das den Konzern rund 650 Millionen US-Dollar pro Quartal kosten – eine erhebliche finanzielle Belastung.

Warner und Paramount haben den 4. Juni des kommenden Jahres als Frist für den Abschluss des Deals festgelegt. Sollte die Übernahme scheitern, hat Paramount Warner eine Vertragsstrafe von sieben Milliarden US-Dollar zugesagt – ein klares Signal, wie ernst es dem Konzern mit dem Deal ist.

Der Gesamtwert der Transaktion beläuft sich auf rund 111 Milliarden US-Dollar, umgerechnet etwa 98 Milliarden Euro. Paramount hatte sich gegen den ursprünglich favorisierten Streaming-Riesen Netflix durchgesetzt, der zunächst das Streaming- und Studiogeschäft von Warner übernehmen wollte. Paramount bot schließlich mehr – und zwar für den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery, inklusive der Fernsehsender wie CNN.

Politische Dimension: CNN und redaktionelle Unabhängigkeit

Der Rechtsstreit hat auch eine politische Dimension, die Anleger im Blick behalten sollten. Kritiker der Regierung von US-Präsident Donald Trump befürchten, dass der zu Warner gehörende Nachrichtensender CNN unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte. Hinter Paramount steht die Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison, der als Unterstützer Trumps bekannt ist.

Trump selbst hatte mehrfach betont, ihm sei besonders wichtig, dass der Sender CBS bei einem Warner-Deal ebenfalls den Besitzer wechselt. Kritiker verweisen darauf, dass CBS nach der Übernahme durch die Ellisons bereits einen freundlicheren Ton gegenüber der US-Regierung angeschlagen habe. CNN hingegen unterzieht Aussagen des Präsidenten regelmäßig einem Faktencheck – was Trump wiederholt kritisiert hat.

Regulatorische Hürden auf beiden Seiten des Atlantiks

Auf Behördenseite hat die US-Regierung den Milliardendeal bereits ohne Auflagen genehmigt. Das Justizministerium kam zu dem Schluss, dass der Zusammenschluss weder den Wettbewerb noch US-Verbraucher schädigen werde – weder im TV- und Streaming-Geschäft noch in der Filmproduktion.

Die EU-Kommission erteilte ihre Zustimmung hingegen nur unter einer Bedingung: Paramount muss aus dem gemeinsamen Vertrieb von Filmen an europäische Kinos mit Universal Pictures aussteigen. Für Privatanleger, die Paramount- oder Warner-Aktien im Depot halten, bleibt die Lage damit vorerst ungewiss – der Ausgang der Klagen wird die weitere Kursentwicklung maßgeblich beeinflussen.

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