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Paramount-Warner-Bros-Fusion auf Eis: Klage bremst Milliardendeal

Ein Dutzend US-Bundesstaaten blockiert kartellrechtlich die 110-Milliarden-Dollar-Fusion – Paramount-Aktie fällt um 4 Prozent.

Paramount-Warner-Bros-Fusion auf Eis: Klage bremst Milliardendeal

David Ellisons Paramount Skydance hat zugestimmt, die geplante 110 Milliarden US-Dollar schwere Fusion mit Warner Bros Discovery (WBD) einzufrieren. Die Aussetzung gilt bis spätestens 1. Juni 2027 – oder bis ein Gericht über die Begründetheit einer Kartellklage entschieden hat. Auslöser ist eine Koalition demokratischer Generalstaatsanwälte aus einem Dutzend US-Bundesstaaten, die das Geschäft aus wettbewerbsrechtlichen Gründen zu stoppen versucht.

Die Klage wurde vergangene Woche unter der Führung des kalifornischen Generalstaatsanwalts Rob Bonta eingereicht. Die Kläger argumentieren, die Übernahme würde den Wettbewerb für Blockbuster-Produzenten, Distributoren und Kabelfernsehgruppen erheblich schwächen. Eine Bundesrichterin setzte das Geschäft daraufhin zunächst für zwei Wochen vorläufig aus, während sie die rechtliche Anfechtung prüfte.

Nach Verhandlungen am Donnerstag und Freitag einigten sich beide Seiten laut einem Gerichtsantrag auf eine weitreichendere Aussetzung: Das Geschäft bleibt so lange auf Eis, bis entweder über die Begründetheit der Klage entschieden ist oder der 1. Juni 2027 erreicht wird.

Paramount nennt Einigung einen „bedeutenden Sieg"

Ein Paramount-Sprecher bezeichnete die Vereinbarung als „bedeutenden Sieg", da sie ein „direkter Weg zu einem Prozess auf der Grundlage von Beweisen" sei. „Wir freuen uns darauf, unseren Fall vor Gericht zu beweisen", so der Sprecher. Die Märkte reagierten skeptisch: Die Paramount-Aktie fiel am Freitag nach Bekanntwerden der Nachricht um bis zu 4 Prozent.

Forrester-Analyst Mike Proulx kommentierte die Lage kritisch: „Ich bin mir nicht sicher, wie Paramount dies als Sieg darstellen kann, wenn das Geschäft jetzt ungewisser ist als noch vor 24 Stunden." Das endgültige Schicksal der Fusion sei „gerade länger, komplizierter und wahrscheinlich teurer geworden", so Proulx.

Die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James begrüßte die Entwicklung hingegen ausdrücklich: „Das Aussetzen dieser Fusion während des laufenden Verfahrens ist ein entscheidender Sieg in unseren Bemühungen, das Gesetz aufrechtzuerhalten und die Film- und Fernsehindustrie zu schützen."

Milliardenschwere „Ticking Fee" erhöht den Druck

Die Verzögerung hat für Paramount erhebliche finanzielle Konsequenzen. Ab Ende September hat das Unternehmen zugesagt, den WBD-Aktionären bis zum Abschluss der Transaktion eine sogenannte „Ticking Fee" – eine laufende Ausgleichszahlung – von rund 650 Millionen US-Dollar pro Quartal zu entrichten. Je länger der Rechtsstreit dauert, desto kostspieliger wird die Hängepartie für Paramount.

Ein Zusammenschluss von Paramount und WBD wäre eine der größten Medienfusionen der Geschichte. Er würde zwei der bedeutendsten Filmstudios Hollywoods vereinen, dazu die Nachrichtensender CBS und CNN sowie die Streaming-Dienste HBO Max und Paramount Plus. Das Schicksal dieser bekannten Unterhaltungsmarken bleibt damit vorerst ungewiss.

Politische Dimension: Trump-Verbündete gegen Demokraten

Der Rechtsstreit hat auch eine politische Dimension. Die demokratisch geführten Bundesstaaten stehen damit im direkten Konflikt mit der Regierung von Donald Trump, deren Justizministerium die Fusion bereits im vergangenen Monat zügig genehmigt hatte. Trump hat die Milliardärsfamilie Ellison als Freunde bezeichnet. David Ellisons Vater ist Larry Ellison, Mitgründer von Oracle und bekannter Trump-Verbündeter.

Kritiker des Deals haben gewarnt, dass eine Übernahme durch Paramount den Nachrichtensender CNN politisch nach rechts rücken könnte. Analyst Proulx merkte an, der neue Zeitplan „verringert die kurzfristige Sorge erheblich, dass ein politisiertes Paramount während der Zwischenwahlen 2026 die Kontrolle über CNN ausüben könnte". Für Investoren und die Medienbranche bleibt die Lage damit auf absehbare Zeit unübersichtlich.

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