Paramount-Warner-Fusion: US-Gericht verlängert Übernahme-Stopp bis August
Eine Bundesrichterin blockiert den 110-Milliarden-Dollar-Deal erneut – zwölf US-Bundesstaaten wollen den Zusammenschluss dauerhaft verhindern.

Die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount kommt nicht vom Fleck. Eine US-Bundesrichterin hat den vorläufigen Stopp des rund 110 Milliarden Dollar schweren Deals erneut verlängert – diesmal bis zum 17. August. In dieser Frist will das Gericht über den Antrag mehrerer Bundesstaaten auf eine einstweilige Verfügung entscheiden.
Hinter dem Widerstand stehen zwölf US-Bundesstaaten, die den Zusammenschluss dauerhaft blockieren wollen. Ihre Kernsorge: Ein fusionierter Konzern aus Paramount und Warner Bros. Discovery könnte eine marktbeherrschende Stellung im Filmgeschäft erlangen und damit sowohl den Wettbewerb als auch die Kinobetreiber benachteiligen. Die Richterin sah diese Bedenken als zunächst ausreichend begründet an und setzte den Vollzug der Übernahme deshalb auf Eis – ursprünglich für zwei Wochen, nun um weitere zwei Wochen verlängert.
Behörden mit gespaltener Haltung
Während das Gerichtsverfahren läuft, haben die zuständigen Wettbewerbsbehörden den Deal unterschiedlich bewertet. Das US-Justizministerium erteilte die Genehmigung ohne Auflagen – allerdings berichten Medien, dass die Führungsebene des Ministeriums den Deal absegnete, bevor die zuständigen Fachjuristen ihre Empfehlung abgegeben hatten.
Auch die EU-Kommission gab grundsätzlich grünes Licht für die Transaktion. Im Bereich der Filmproduktion sah Brüssel trotz der Fusion genügend Wettbewerber im Europäischen Wirtschaftsraum. Anders sah die Behörde die Lage beim Filmvertrieb: Dort erkannte sie eine zu hohe Marktkonzentration und knüpfte ihre Zustimmung an eine klare Bedingung.
Paramount muss demnach seine Anteile am Filmvertriebsunternehmen United International Pictures (UIP) abgeben. UIP ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Paramount und Universal, das Filme an Kinobetreiber vertreibt. Darüber hinaus darf das fusionierte Unternehmen in den nächsten zehn Jahren keine vergleichbare Kooperation mit Universal im Europäischen Wirtschaftsraum eingehen.
Politische Dimension: CNN im Fokus
Der Deal hat neben der wettbewerbsrechtlichen auch eine politische Dimension, die Anleger und Medienbeobachter aufhorchen lässt. Zum Warner-Bros.-Discovery-Konzern gehört der Nachrichtensender CNN. Kritiker befürchten, dass dessen redaktionelle Unabhängigkeit unter einem neuen Eigentümer gefährdet sein könnte.
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Zur AktienanalyseHinter Paramount steht die Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison, der als Unterstützer von US-Präsident Donald Trump bekannt ist. Trump hatte mehrfach öffentlich erklärt, ihm sei ein Eigentümerwechsel bei CNN ein wichtiges Anliegen. Diese Konstellation verleiht dem Übernahmeverfahren eine zusätzliche politische Brisanz, die weit über reine Wettbewerbsfragen hinausgeht.
Für Privatanleger bleibt die Lage damit unübersichtlich: Solange das Gericht keine endgültige Entscheidung getroffen hat, schwebt über dem milliardenschweren Deal weiterhin ein erhebliches rechtliches Risiko. Der nächste wichtige Termin ist der 17. August – dann dürfte sich zeigen, ob die einstweilige Verfügung der Bundesstaaten Bestand hat oder der Weg für die Fusion freigegeben wird.


