Partners Group stoppt Auszahlungen – KKR und Blackstone unter Druck
Rücknahmebeschränkungen bei Partners Group schüren Bewertungsängste an Privatmärkten und reißen Branchenriesen mit in den Abwärtsstrudel.

Die Schweizer Partners Group hat die Rücknahmen für ihren Global Value SICAV-Fonds auf 5 % des Nettoinventarwerts begrenzt. Auslöser war ein Anstieg der Rücknahmeanträge auf 9,8 % – fast doppelt so viel wie die zulässige Obergrenze. Die Nachricht traf die gesamte Private-Equity-Branche am Mittwoch mit voller Wucht.
Der betroffene Fonds ist ein sogenanntes „Evergreen"-Private-Equity-Vehikel mit einem Volumen von 8,6 Milliarden US-Dollar. Er macht rund 4,8 % des gesamten verwalteten Vermögens der Partners Group aus. Evergreen-Fonds sind offene Strukturen, die Anlegern theoretisch regelmäßige Rückgabemöglichkeiten bieten – genau diese Eigenschaft steht nun unter Druck.
Die Aktie der Partners Group, die an der Schweizer Börse in Zürich notiert ist, brach am Mittwoch um 17,7 % ein und markierte damit ein neues 52-Wochen-Tief. Das Unternehmen ist in den Bereichen Private Equity, Private Credit, Infrastruktur und Immobilien tätig und zählt zu den größten unabhängigen Vermögensverwaltern Europas.
Schockwellen durch die gesamte Branche
Die Reaktion an den Märkten war unmittelbar und weitreichend. KKR-Aktien notierten vorbörslich rund 6,8 % im Minus, Ares Management verlor fast 6,7 % und Blue Owl Capital gab 5,2 % nach. Blackstone rutschte ebenfalls um 5,2 % ab, während die Carlyle Group Verluste von 2,9 % verzeichnete. Alle genannten Unternehmen gehören zu den größten Playern im globalen Private-Equity-Geschäft.
Partners-Group-CEO David Layton erklärte gegenüber Bloomberg, dass der im Bereich Private Credit beobachtete Rücknahmedruck nun auf andere Anlageklassen übergreife. Diese Aussage verdeutlicht, dass es sich nicht um ein isoliertes Einzelereignis handelt, sondern um ein strukturelles Problem, das zunehmend den gesamten Privatmarktsektor erfasst.
Wachsende Sorgen um Liquidität und Bewertungen
Die Maßnahme der Partners Group reiht sich in eine Serie ähnlicher Schritte mehrerer US-amerikanischer Private-Equity-Häuser in den vergangenen Monaten ein. Angesichts eines wachsenden Ansturms auf die Ausgänge haben mehrere Unternehmen die Auszahlung von Anlegergeldern gestoppt oder eingeschränkt. Privatanleger versuchen verstärkt, ihr Kapital aus privaten Fondsstrukturen abzuziehen.
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Zur AktienanalyseDer Hintergrund: Privatmarktfonds investieren in nicht börsennotierte Unternehmen, Immobilien oder Infrastruktur. Die Bewertungen dieser Assets werden nicht täglich durch den Markt bestimmt, sondern in regelmäßigen Abständen intern ermittelt. Genau das nährt Sorgen, dass die ausgewiesenen Werte in einem schwierigeren wirtschaftlichen Umfeld zu hoch angesetzt sein könnten.
Für deutsche Privatanleger, die in den vergangenen Jahren verstärkt in solche Produkte investiert haben, ist die Entwicklung ein deutliches Warnsignal. Die Kombination aus Liquiditätsengpässen und möglichen Bewertungskorrekturen bei privaten Anlagen könnte die Branche noch länger beschäftigen.


