Permira erwirbt Mehrheitsanteil an GGW: Ein Meilenstein in der Versicherungsbranche
Konsolidierungswelle in Versicherungsmaklerbranche setzt sich fort, während Private-Equity-Unternehmen zunehmend Einfluss gewinnen

In einem beeindruckenden Deal setzt die Private-Equity-Gesellschaft Permira ihre Expansion in der Versicherungsbranche fort, indem sie einen Mehrheitsanteil an der renommierten Hamburger Versicherungsmaklergruppe GGW erwirbt. Diese Transaktion, die einen Wert von knapp zwei Milliarden Euro aufweist, wurde von beiden Unternehmen am Freitag offiziell verkündet. Insidern zufolge handelt es sich dabei um eine der größten Akquisitionen in der Branche in letzter Zeit und stellt einen weiteren Schritt in der anhaltenden Konsolidierung des Sektors dar.
Die bisherigen Eigentümer von GGW, der Finanzinvestor Hg, der 2021 in das Unternehmen eingestiegen war und es seitdem durch rund 40 Zukäufe erheblich gestärkt hat, sind die Verkäufer in diesem Geschäft. GGW, auch bekannt als Gossler, Gobert & Wolters, wurde bereits 1758 in Hamburg gegründet und beschäftigt heute etwa 2000 Mitarbeiter. Die Gruppe konzentriert sich hauptsächlich auf den Mittelstand und umfasst 50 Makler. GGW-Gründer Tobias Warweg bezeichnete Permira als den "absoluten Wunschpartner" für die weitere Expansion des Unternehmens. Die neue Partnerschaft soll dazu genutzt werden, die Anzahl der Makler weiter zu erhöhen. Hg bleibt jedoch mit einem Minderheitsanteil am Unternehmen beteiligt, der in einen anderen Fonds des Investors übertragen wird.
Die Finanzierung dieses gewaltigen Deals in Höhe von 950 Millionen Euro erfolgt durch Permira mithilfe einer Unitranche-Finanzierung, die von Blackstone, einem führenden Finanzinvestor, angeführt wird. Permira ist bereits in verschiedenen Geschäftsfeldern in Deutschland aktiv, darunter auch als Anteilseigner des Immobilienmaklers Engel & Völkers.
Die Versicherungsmaklerbranche in Deutschland hat in den letzten Jahren eine Welle von Fusionen und Übernahmen erlebt, wobei Private-Equity-Unternehmen oft eine Schlüsselrolle spielen. Aktuell gibt es in Deutschland etwa 46.000 Versicherungsmakler, die in vielfältigen Formen und Größen auftreten. Diese reichen von Einzelmaklern über größere Maklergruppen bis hin zu sogenannten Maklerpools, die unabhängige Maklerunternehmen in Vertriebs- und Schulungsaktivitäten zusammenbringen. Etwa 25 bis 30 Prozent aller Versicherungen in Deutschland werden über Makler vermittelt.
Die steigende Komplexität der Branche und Herausforderungen wie ungelöste Nachfolgefragen und der wachsende Fachkräftemangel zwingen jedoch viele kleine und mittelständische Maklerunternehmen dazu, in den kommenden Jahren ihre Firmen aufzugeben oder an größere Player zu verkaufen.
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Zur AktienanalyseDie Anzahl der Fusionen und Übernahmen in der Branche hat sich in den letzten Jahren drastisch erhöht, von weniger als zehn im Jahr 2018 bis zu mehr als 60 im letzten Jahr. Experten von Bearingpoint prognostizieren, dass die Zahlen für das Jahr 2023 noch höher sein werden. Größere Maklerfirmen profitieren von solchen Zukäufen, da sie eine stärkere Verhandlungsposition gegenüber den Versicherern haben und daher höhere Provisionen verlangen können.
Es ist klar, dass Private-Equity-Fonds wie Permira die Konsolidierung in der Versicherungsmaklerbranche vorantreiben und weiterhin eine wichtige Rolle bei zukünftigen Fusionen und Übernahmen spielen werden. Es bleibt abzuwarten, wie GGW unter der Führung von Permira in den kommenden Jahren expandieren und wachsen wird.


