Pfizer-Adipositas-Spritze: Monatliche Dosis zeigt 12,3% Gewichtsverlust in Studie
Experimentelles Medikament überzeugt in Phase-II-Studie mit monatlicher Dosierung und guter Verträglichkeit.

Pfizer hat vielversprechende Ergebnisse für sein experimentelles Adipositas-Medikament vorgelegt. In einer Phase-II-Studie verloren Patienten mit monatlicher Dosierung nach 28 Wochen bis zu 12,3 Prozent ihres Körpergewichts im Vergleich zu Placebo. Das Medikament, das Pfizer über die Übernahme von Metsera erworben hatte, zeigt damit solides Potenzial im hart umkämpften Markt für Abnehm-Medikamente.
Die Studiendaten liefern erste Belege dafür, dass die Injektion seltener als bestehende Präparate verabreicht werden kann, ohne an Wirksamkeit einzubüßen. Bei Analyse aller Patienten – unabhängig von Behandlungsabbrüchen – betrug die Gewichtsabnahme immer noch 10,5 Prozent. Besonders ermutigend: Nach der Umstellung auf monatliche Dosierung wurde kein Plateau beobachtet, was auf weiteren Gewichtsverlust bis zum Studienende in Woche 64 hindeutet.
Die monatliche Verabreichung könnte einen entscheidenden Vorteil gegenüber den etablierten Wettbewerbern darstellen. Derzeit dominieren die wöchentlichen Injektionen von Eli Lilly und Novo Nordisk den Markt, ergänzt durch Novos neue tägliche Pille. Eine monatliche Dosierung würde Patienten deutlich mehr Komfort bieten und könnte so zum Verkaufsargument werden.
Ehrgeizige Entwicklungspläne
Pfizer plant noch in diesem Jahr den Start von zehn Phase-III-Studien mit der Injektion namens PF-3944. Der wissenschaftliche Leiter des Unternehmens, Chris Boshoff, zeigte sich optimistisch: Modellierungen sagen voraus, dass eine höhere monatliche Dosis in der Spätphasenstudie nach 28 Wochen einen Gewichtsverlust von 16 Prozent erreichen könnte.
Bei dem Wirkstoff handelt es sich um ein ultralangwirksames GLP-1-Medikament, das länger im Körper aktiv bleibt als bestehende Behandlungen wie Wegovy von Novo Nordisk. Pfizer entwickelt es sowohl als wöchentliche als auch als monatliche Injektion und testet zudem Kombinationen mit anderen Wirkstoffen, die auf verschiedene Darmhormone abzielen.
Studiendesign und Verträglichkeit
In der aktuellen Studie erhielten Patienten zunächst zwölf Wochen lang wöchentliche Injektionen, bevor sie auf die monatliche Dosierung umgestellt wurden. Ziel war es zu prüfen, ob unterschiedliche Dosen den Gewichtsverlust nach der Umstellung aufrechterhalten können und ob höhere monatliche Dosen für Patienten verträglich bleiben.
Das Medikament wurde generell gut vertragen. Die meisten gastrointestinalen Nebenwirkungen fielen mild oder moderat aus – ein Muster, das auch bei anderen GLP-1-Präparaten beobachtet wird. Pfizer berichtet von keinen neuen Sicherheitsproblemen. Insgesamt brachen fünf Patienten die Behandlung während der wöchentlichen Phase aufgrund von Nebenwirkungen ab, weitere fünf während der monatlichen Phase.
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Zur AktienanalyseFür die Phase-III-Studien hat Pfizer zwei Dosierungsschemata ausgewählt: eine niedrige und eine mittlere monatliche Erhaltungsdosis. In einer früheren Phase-II-Studie von Metsera hatte die höchste Dosis bei wöchentlicher Gabe nach 28 Wochen einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von bis zu 14,1 Prozent gezeigt.
Reaktion an der Börse
Die Bekanntgabe erfolgte zeitgleich mit Pfizers Quartalszahlen für das vierte Quartal, die die Erwartungen übertrafen. Dennoch fielen die Aktien im vorbörslichen Handel um fast drei Prozent. Für Pfizer könnten die Adipositas-Medikamente nach mehreren Rückschlägen in diesem Bereich einen bedeutenden Aufschwung darstellen und neue Wachstumsperspektiven eröffnen.


