Pfizer gewinnt Übernahmekampf um Metsera
US-Pharmakonzern zahlt zehn Milliarden Dollar und verdrängt Novo Nordisk vom Markt

Im milliardenschweren Übernahmekampf um den US-Adipositas-Spezialisten Metsera hat sich der Pharmariese Pfizer gegen den dänischen Konkurrenten Novo Nordisk durchgesetzt. Der US-Konzern zahlt bis zu 86,25 Dollar je Aktie und bewertet Metsera damit mit rund zehn Milliarden Dollar. Das Angebot umfasst eine direkte Barzahlung von 65,60 Dollar je Aktie sowie eine erfolgsabhängige Zusatzkomponente von bis zu 20,65 Dollar. Die Entscheidung beendet einen intensiven Bieterwettstreit, der die Metsera-Aktie um fast 60 Prozent steigen ließ und ihren Börsenwert auf 8,75 Milliarden Dollar trieb.
Pfizer begründet den teuren Zukauf mit der strategischen Bedeutung des Marktes für Adipositas-Medikamente, dessen Volumen Prognosen zufolge bis Anfang der 2030er Jahre auf 150 Milliarden Dollar anwachsen könnte. Mit der Akquisition will Pfizer seine Position im Bereich der Gewichtsreduktion stärken, nachdem der Konzern in den letzten Jahren Wachstumsfelder außerhalb des Impfstoffgeschäfts suchte. Novo Nordisk, das den Wettbewerb schließlich aufgab, erklärte, seine überbotene Offerte nicht zu erhöhen.
Metsera rechtfertigte die Zustimmung zum Pfizer-Angebot mit kartellrechtlichen Risiken einer Übernahme durch Novo Nordisk. Die US-Wettbewerbsbehörde FTC hatte gewarnt, eine Fusion der beiden Unternehmen könne gegen das Kartellrecht verstoßen. Novo Nordisk bezeichnete die Einschätzung hingegen als unbegründet. Für Pfizer wird die Transaktion voraussichtlich nach der Metsera-Aktionärsversammlung am 13. November abgeschlossen.
Metsera entwickelt mit MET-097i und MET-233i zwei potenzielle Medikamente gegen Adipositas, denen Analysten ein Umsatzpotenzial von bis zu fünf Milliarden Dollar zutrauen. Trotz dieser Aussichten gilt das Unternehmen weiterhin als verlustreich. Branchenexperten zeigen sich gespalten: Während Pfizer auf langfristiges Wachstum setzt, halten Analysten den Kaufpreis für überzogen. Courtney Breen von Bernstein erklärte, die Bewertung von zehn Milliarden Dollar basiere auf sehr optimistischen Annahmen über künftige Einnahmen.
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Zur AktienanalyseUnion-Investment-Experte Markus Manns äußerte sich kritisch und sprach von einem „Deal ohne Gewinner“. Pfizer müsse einen hohen Preis zahlen, während Novo Nordisk durch den Rückzug einen erheblichen Reputationsverlust erleide. Die Analystengemeinschaft sieht in der Übernahme dennoch ein deutliches Signal, dass der Wettbewerb um die Vorherrschaft im globalen Markt für Abnehmpräparate weiter an Intensität zunimmt.


