Pfund Sterling legt zu – Dollar schwächelt bei nachlassenden Spannungen
Verbesserte Risikobereitschaft und sinkende Ölpreise belasten den Dollar und stützen das britische Pfund.

Das britische Pfund Sterling hat am Dienstag zugelegt und profitiert dabei von einem schwächelnden US-Dollar. Um 04:30 Uhr ET (08:30 Uhr GMT) stieg das Währungspaar GBP/USD um 0,3 Prozent auf 1,3535. Gleichzeitig kletterte EUR/USD um 0,2 Prozent auf 1,1780 – der Dollar blieb damit nach einer kurzen Erholung in der vorangegangenen Handelssitzung weiter unter Druck.
Der Haupttreiber der Bewegung liegt in einer verbesserten Risikobereitschaft an den Finanzmärkten. Die Nachfrage nach sicheren Häfen – zu denen der US-Dollar traditionell zählt – ließ spürbar nach, da Anleger zunehmend darauf setzen, dass die Spannungen im Nahen Osten, insbesondere rund um die strategisch bedeutsame Straße von Hormus, eher zu erneuten Verhandlungen als zu einer weiteren Eskalation führen könnten.
Ölpreise geben nach – Dollar verliert wichtige Stütze
Die Ölpreise, die zuvor aufgrund von Befürchtungen über mögliche Versorgungsunterbrechungen stark gestiegen waren, gaben im Zuge der entspannteren Lage nach. Damit fiel eine wichtige Stütze für den Greenback weg, was Kapitalflüsse in risikosensitivere Währungen wie das Pfund Sterling und den Euro begünstigte. Für Devisenmärkte ist der Zusammenhang zwischen Ölpreisen und Dollarstärke ein klassisches Muster in geopolitisch angespannten Phasen.
Analysten der ING Group warnten jedoch vor übertriebenen Erwartungen. Die Märkte seien „stark auf ein glimpfliches geopolitisches Ergebnis ausgerichtet", was darauf hindeute, dass ein Großteil des positiven Ausblicks bereits in den Kursen eingepreist sei. Zwar könnte sich der Dollar bei einem erneuten Aufflammen der Spannungen erholen, doch dafür bedürfe es laut ING wahrscheinlich einer signifikanten Eskalation, um eine nachhaltige Gegenbewegung auszulösen.
Lagarde und Bailey im Fokus der Devisenmärkte
In Europa hielt sich der Euro nahe seiner jüngsten Höchststände. Anleger warten auf Äußerungen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde im weiteren Tagesverlauf. Angesichts der anhaltenden Unsicherheit an den Energiemärkten wird erwartet, dass die Entscheidungsträger einen relativ restriktiven Ton beibehalten.
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Zur AktienanalyseAuch das Pfund Sterling wurde durch die Erwartungen an Reden von Bank-of-England-Gouverneur Andrew Bailey und weiteren Vertretern der Notenbank gestützt. Allerdings mahnen Analysten zur Vorsicht: Die ING erwartet nicht, dass die Bank of England so viele Zinserhöhungen vornehmen wird, wie derzeit von den Märkten eingepreist sind. Dies könnte das weitere Aufwärtspotenzial des Pfunds mittelfristig begrenzen.
Da keine wichtigen Wirtschaftsdaten zur Veröffentlichung anstehen, dürften die Devisenmärkte vorerst weiterhin von geopolitischen Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die Energiepreise sowie die allgemeine Risikobereitschaft der Investoren bestimmt werden. Für deutsche Anleger mit Engagements in britischen oder US-amerikanischen Wertpapieren bleibt die Wechselkursentwicklung damit ein relevanter Faktor für die Gesamtrendite ihrer Portfolios.


