Pfund Sterling unter Druck: Starmer-Krise belastet britische Währung
Das britische Pfund gerät durch politische Turbulenzen und geldpolitische Unsicherheit unter Druck. Der Rücktritt von Premierminister Starmers Stabschef Morgan McSweeney sowie die jüngste Zinsentscheidung der Bank of England belasten die Währung. Der Euro

Das britische Pfund Sterling steht unter erheblichem Abwertungsdruck. Am Montag notierte der Euro mit einem Plus von 0,49 Prozent bei 87,22 Pence – ein Zwei-Wochen-Hoch. Gegenüber dem US-Dollar schwächte sich das Pfund auf 1,3607 Dollar ab, nachdem es im Tagesverlauf zeitweise um 0,2 Prozent gefallen war.
Politische Krise belastet das Pfund
Auslöser der Währungsschwäche ist eine politische Krise um Premierminister Starmer. Morgan McSweeney, Starmers Stabschef, trat am Sonntag zurück. Er übernahm die Verantwortung dafür, dem Premierminister die Ernennung von Peter Mandelson zum US-Botschafter empfohlen zu haben – trotz dessen bekannter Verbindungen zu Jeffrey Epstein. Die Regierung sieht sich nun mit der potenziell peinlichen Veröffentlichung privater Mitteilungen über diese Ernennung konfrontiert.
Der Druck auf Starmer bleibt hoch: Eine Nachwahl in Manchester sowie die Kommunalwahlen im Mai könnten seiner Führung weitere Schläge versetzen. Devisenmärkte reagieren traditionell empfindlich auf politische Instabilität, während Anleiheinvestoren befürchten, dass ein neuer Labour-Premierminister die Politik nach links verschieben und die Ausgaben erhöhen könnte.
Bank of England schürt Zinssenkungsfantasien
Zusätzlichen Druck auf das Pfund erzeugt die geldpolitische Lage. Die Bank of England ließ die Zinssätze in der vergangenen Woche zwar unverändert, doch die Entscheidung fiel knapper aus als erwartet. Dies veranlasste Händler, ihre Wetten auf weitere Zinssenkungen in diesem Jahr zu erhöhen. Die Europäische Zentralbank wird die Zinsen hingegen voraussichtlich stabil halten, was die Attraktivität des Pfunds gegenüber dem Euro schmälert.
"In Kombination mit einer taubenhaften Tendenz bei der Sitzung der Bank of England in der vergangenen Woche steht das Sterling unter Druck", erklärte Chris Turner, Leiter der globalen Märkte beim Kreditinstitut ING. "Es ist damit zu rechnen, dass der Druck sowohl auf das Sterling als auch auf Gilts bestehen bleibt, während der Markt über einen Personalwechsel in der Downing Street Nummer 10 und 11 spekuliert."
Marktstimmung dreht sich gegen Sterling
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Zur AktienanalyseAuch britische Staatsanleihen schnitten am Montag schlechter ab als ihre europäischen Pendants, wenngleich die Bewegungen moderat ausfielen. Die Drei-Monats-Risk-Reversals, ein Indikator für die Marktstimmung, stiegen von 22 Basispunkten am Donnerstag auf 67 Basispunkte – den höchsten Stand seit Ende November. Dies signalisiert eine zunehmend pessimistische Haltung gegenüber dem Pfund.
"Das Pfund scheint seinen Abwärtstrend auf breiter Front fortzusetzen", bestätigte Neil Jones, Managing Director bei TJM Europe. "Die politische Unsicherheit nimmt zu." Der Euro legte am Montag auch gegenüber dem Dollar um rund 0,4 Prozent zu, wobei Berichte über chinesische Empfehlungen zur Begrenzung von US-Staatsanleihen-Beständen den Dollar zusätzlich belasteten.


