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Pfund und Euro legen zu – Dollar-Pause nach Tech-Erholung

GBP/USD steigt auf 1,3401, während Technologiewerte sich stabilisieren und chinesische Handelsdaten die Risikostimmung entlasten.

Pfund und Euro legen zu – Dollar-Pause nach Tech-Erholung

Das Pfund Sterling und der Euro haben am Dienstag ihre moderaten Gewinne ausgebaut. Die Devisenmärkte traten in eine Konsolidierungsphase ein, nachdem der US-Dollar nach seinem arbeitsmarktbedingten Anstieg vom Freitag eine Pause einlegte. Eine Stabilisierung der Technologiewerte sowie besser als erwartet ausgefallene chinesische Handelsdaten sorgten für eine leichte Entspannung der Risikostimmung.

Um 08:20 Uhr ET (12:20 Uhr GMT) notierte GBP/USD um 0,44 Prozent höher bei 1,3401, während EUR/USD um 0,29 Prozent auf 1,1572 stieg. Beide Währungspaare machten damit einen Teil der deutlichen Verluste vom Freitag wett, auch wenn die allgemeine Nachfrage nach dem Dollar grundsätzlich intakt blieb.

Blackout Period bremst neue Impulse

Der ruhige Ton der Sitzung spiegelt laut Analysten eher einen Mangel an neuen Katalysatoren als eine echte Stimmungsänderung wider. Sowohl die US-Notenbank Federal Reserve als auch die Europäische Zentralbank (EZB) befinden sich vor ihren jeweiligen Sitzungen in der nächsten Woche in der sogenannten „Blackout Period" – einem Zeitraum, in dem Notenbankvertreter keine öffentlichen Aussagen zur Geldpolitik machen dürfen. Die Währungshüter haben damit kaum Spielraum, die Zinserwartungen in die eine oder andere Richtung zu beeinflussen.

Die Märkte richten ihren Blick bereits auf die nächsten wichtigen Datenpunkte: Der US-Verbraucherpreisindex (CPI) für Mai wird am Mittwoch veröffentlicht, der Erzeugerpreisindex (PPI) folgt am Donnerstag. Die Analysten der ING stellen fest, dass der Markt bereits zu einem weniger taubenhaften Ergebnis des FOMC-Treffens neigt, was den Dollar-Index DXY bei Rücksetzern stützt. Der Bereich um 99,80 dürfte kurzfristig eine Untergrenze bilden, bevor im weiteren Wochenverlauf ein erneuter Vorstoß nach oben erfolgt.

Als zusätzliche Unterstützung für den Dollar werten Beobachter die Verwahrungsdaten der Fed: Sie zeigen einen weiteren Rückgang der Bestände ausländischer offizieller Stellen an US-Staatsanleihen um 71 Milliarden US-Dollar seit Anfang Mai. Dies gilt als Signal für wahrscheinliche Deviseninterventionen in ganz Asien, was den Treasury-Markt anhaltend unter Druck setzt und die Nachfrage nach dem Dollar als sicherem Hafen verstärkt.

Pfund profitiert von Risikoappetit – aber nur begrenzt

Die teilweise Erholung des Pfund Sterling auf 1,3404 ist laut Analysten weitgehend auf eine Dollar-Müdigkeit zurückzuführen und weniger auf inländische Impulse aus Großbritannien. Es wird weiterhin erwartet, dass die Bank of England diesen Sommer untätig bleibt. Die Märkte preisen für die September-Sitzung lediglich rund 21 Basispunkte an Zinssenkungen ein – ein vergleichsweise bescheidener Wert.

Aufgrund seines risikofreudigen Charakters profitiert das Pfund leicht von der Stabilisierung der Aktienmärkte. Koreanische Chiphersteller, die den Ausverkauf am Freitag angeführt hatten, erholten sich über Nacht deutlich. Genau diese Sensibilität gegenüber der globalen Risikostimmung macht das Pfund jedoch anfällig, sollte der Risikoappetit der Investoren wieder nachlassen. Das Kursziel der ING für diese Woche liegt bei 1,3300, wobei 1,3200 in Sichtweite rückt, falls das Dollar-Momentum wieder anzieht.

Euro kämpft um Stabilisierung – EZB-Sitzung im Fokus

Auch das Währungspaar EUR/USD versucht sich nach den massiven Verkäufen vom Freitag zu stabilisieren. Die Marke von 1,1500 stellt nun eine kritische Unterstützungsebene dar, während die Obergrenze der kurzfristigen Spanne bei etwa 1,1555 bis 1,1560 gedeckelt sein dürfte, solange das bullische Dollar-Thema anhält.

Auf der Datenseite fiel die deutsche Industrieproduktion für April geringfügig besser aus als erwartet. Das Eurozonen-Makroteam der ING warnt jedoch, dass sich die Aktivität in den kommenden Monaten verschlechtern könnte, sobald der vorsorgliche Lageraufbau abgeschlossen ist. Das wichtigste Ereignisrisiko für den Euro bleibt die EZB-Sitzung am Donnerstag. Ein falkenhafter Ton und Signale für einen weiteren Zinsschritt im September könnten kurzfristig Unterstützung bieten – doch zunächst muss das Währungspaar den US-Verbraucherpreisindex am Mittwoch überstehen, bevor dieses Szenario greifen kann.

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