Pfund und Euro stabilisieren sich trotz starker US-Inflationsdaten
Britisches Pfund und Euro legen eine Atempause ein, während starke US-PCE-Daten den Dollar weiter stützen.

Das Britische Pfund und der Euro haben sich am Donnerstag leicht stabilisiert. Eine Beruhigung der Risikostimmung an den Märkten verschaffte beiden Währungen eine kurze Verschnaufpause, auch wenn überdurchschnittlich starke US-Wirtschaftsdaten den US-Dollar weiterhin fest im Griff halten.
Um 09:08 Uhr ET (13:08 Uhr GMT) notierte das Währungspaar GBP/USD mit einem Plus von 0,08 Prozent bei 1,3178. Der Euro gab gegenüber dem Dollar leicht nach: EUR/USD fiel um 0,05 Prozent auf 1,1353. Der Greenback unterbrach zwar seine jüngste Rallye, doch die Erholung der anderen Währungen wirkte fragil.
Kern-PCE überrascht negativ – Fed-Pivot rückt in weite Ferne
Der Hauptgrund für die anhaltende Dollar-Stärke liegt in den neuesten US-Inflationsdaten. Der Kern-PCE-Index – der von der US-Notenbank Federal Reserve bevorzugte Inflationsindikator – stieg im Monatsvergleich um 0,3 Prozent und erreichte auf Jahressicht 3,4 Prozent. Das ist der höchste Stand seit Oktober 2023. Die Gesamtrate kletterte sogar auf 4,1 Prozent – der höchste Wert seit April 2023 – wobei kriegsbedingter Energiedruck aus dem Iran weiterhin auf die Wirtschaft durchschlägt.
Auch die Konsumausgaben und die persönlichen Einkommen der US-Amerikaner stiegen jeweils um 0,7 Prozent und übertrafen damit die Markterwartungen deutlich. Diese robusten Zahlen lassen kaum Raum für Spekulationen über eine baldige Lockerung der US-Geldpolitik, einen sogenannten „Dovish Pivot". Die Investmentbank ING hatte zuvor auf das Risiko eines schwächeren Kernwerts von lediglich 0,2 Prozent hingewiesen, der eine hawkische Neubewertung hätte dämpfen können – der tatsächlich stärkere Wert machte diese Hoffnung jedoch zunichte.
Francesco Pesole von ING warnte in diesem Zusammenhang, dass es noch zu früh sei, eine weitere Aufwärtsbewegung des Greenbacks auszuschließen. Als potenziellen Katalysator für eine erneute Flucht in sichere Häfen nannte er mögliche neue Unruhe im KI-Sektor. Im weiteren Tagesverlauf sollten die eher taubenhaft eingestellten Fed-Vertreter Bowman und Williams Reden halten, doch die aktuelle Datenlage bietet ihnen kaum Rückendeckung für eine gemäßigte Haltung.
Pfund profitiert von nachlassender politischer Unsicherheit
Dem Britischen Pfund verschaffte die abnehmende politische Unsicherheit im Vereinigten Königreich leichten Auftrieb. Andy Burnham gilt nach dem Rücktritt von Keir Starmer als Favorit für die Labour-Parteiführung, was die Märkte etwas beruhigte. Schwache heimische Wirtschaftsdaten begrenzten jedoch eine nennenswerte Erholung des sogenannten „Cable"-Kurses – dem Marktjargon für das Währungspaar GBP/USD.
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Zur AktienanalyseDer Euro stabilisierte sich derweil auf seinem aktuellen Niveau. ING merkte an, dass eine weitere Beruhigung der Aktienmärkte eine langsame Bewegung zurück in Richtung 1,140 ermöglichen könnte. Ein stärker als erwartet ausgefallener deutscher IFO-Geschäftsklimaindex glich die schwachen Einkaufsmanagerindizes (PMIs) vom Dienstag teilweise aus. EZB-Vertreter hielten zudem im Vergleich zu EZB-Präsidentin Lagardes Rede vom Montag einen hawkischen Ton bei.
Das Basisszenario von ING sieht weiterhin vor, dass EUR/USD über der Marke von 1,130 bleibt – vorausgesetzt, die Marktstimmung festigt sich weiter. Für Anleger bleibt die Entwicklung der US-Inflationsdaten und der Fed-Kommunikation der entscheidende Faktor für die weitere Richtung an den Devisenmärkten.


