Philip Morris übertrifft Erwartungen und erhöht Zyn-Investitionen deutlich
Starke Zigarettennachfrage in Schwellenländern und Zyn-Wachstum treiben Philip Morris zu einem überraschend starken Quartalsergebnis.

Philip Morris International hat im zweiten Quartal die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Getrieben von einer unerwartet starken Nachfrage nach Zigaretten in Märkten wie der Türkei, Indonesien und Ägypten stieg der Umsatz um 10,4 Prozent auf 11,19 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten lediglich 10,63 Milliarden Dollar erwartet. Die Aktie legte im frühen Handel um rund 5 Prozent zu.
Der bereinigte Gewinn pro Aktie kletterte um 15,2 Prozent auf 2,20 Dollar – trotz einer währungsbedingten Belastung von 3 Cent. Der Wall-Street-Konsens hatte lediglich 2,05 Dollar je Aktie prognostiziert. Die Analysten von Bernstein kommentierten das Ergebnis mit ungewöhnlich deutlichen Worten: „In den zehn Jahren, in denen wir den Tabaksektor beobachten, können wir uns kaum an ein so deutliches Übertreffen der Erwartungen im Zigarettengeschäft erinnern."
Das vierteljährliche Zigarettenvolumen stieg um 1,1 Prozent auf 156,9 Milliarden Einheiten. Der von Bernstein zitierte Wall-Street-Konsens hatte lediglich 151,17 Milliarden Einheiten erwartet. Bemerkenswert ist dabei, dass Philip Morris dieses Wachstum trotz einer Preiserhöhung von rund 10 Prozent erzielte – ein Zeichen für die anhaltend starke Preissetzungsmacht des Konzerns in bestimmten Schwellenländern.
Zyn-Nikotinbeutel im Fokus der Wachstumsstrategie
Parallel zum starken Zigarettengeschäft treibt Philip Morris seine Diversifizierungsstrategie voran. Der Konzern, der Marlboro-Zigaretten außerhalb der USA vertreibt, setzt dabei stark auf Zyn – Nikotinbeutel, die Konsumenten unter die Lippe schieben, um einen Nikotinkick ohne Rauch zu erhalten. Philip Morris erhielt zuletzt die behördliche Genehmigung, bestimmte Zyn-Produkte als weniger schädlich als Zigaretten zu vermarkten.
Im Juni brachte das Unternehmen Zyn Ultra auf den Markt – eine Variante mit höherer Nikotinstärke, die zu einem niedrigeren Preis pro Beutel als die bisherigen Flaggschiffprodukte angeboten wird. Damit reagiert Philip Morris auf den wachsenden Wettbewerbs- und Preisdruck in der Kategorie, unter anderem durch Velo von British American Tobacco. Im laufenden Quartal plant der Konzern zudem die Einführung von Zyn-Varianten mit 1 mg, 5 mg und 8 mg Nikotinstärke.
„Um das neu erweiterte Zyn-Portfolio zu unterstützen, beabsichtigen wir, die Investitionen in den USA in der zweiten Jahreshälfte zu beschleunigen, um den langfristigen Wert der Marke zu maximieren", erklärte das Unternehmen in einer offiziellen Mitteilung. Die Strategie spiegelt einen branchenweiten Trend wider: Angesichts sinkender Absatzzahlen bei klassischen Zigaretten – bedingt durch das wachsende Bewusstsein für die gesundheitsschädlichen Auswirkungen des Rauchens – investieren alle großen Tabakkonzerne massiv in rauchfreie Alternativen.
Jahresprognose erneut gesenkt – Währungseffekte belasten
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Zur AktienanalyseTrotz des starken Quartals senkte Philip Morris seine Jahresgewinnprognose zum dritten Mal in diesem Jahr. Als Grund nannte das Unternehmen negative Währungseffekte. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern nun einen bereinigten Gewinn pro Aktie von 8,26 bis 8,41 Dollar, verglichen mit der vorherigen Prognose von 8,31 bis 8,46 Dollar.
Für deutsche Privatanleger ist Philip Morris ein bekannter Name im Tabaksektor mit globaler Reichweite. Das Unternehmen ist außerhalb der USA für den Vertrieb der Marke Marlboro zuständig und damit in nahezu allen wichtigen internationalen Märkten präsent. Die Kombination aus stabilem Zigarettengeschäft und dem wachsenden Portfolio rauchfreier Produkte wie Zyn macht den Konzern zu einem der meistbeobachteten Werte im globalen Konsumgütersektor.


