Phillips 66 übernimmt Lindsey-Ölraffinerie nach Prax-Insolvenz
Der US-Energiekonzern sichert britische Kraftstoffversorgung, während rund 55 weitere Mitarbeiter entlassen werden.

Phillips 66 hat die Übernahme der Lindsey Oil Refinery in North Lincolnshire offiziell abgeschlossen. Mit Wirkung zum 28. April 2026 ist das Unternehmen neuer Eigentümer der Vermögenswerte der insolventen Prax Lindsey Oil Refinery Limited. Der Schritt folgt auf die Insolvenzanmeldung der Prax Group im Juni 2025, die am Standort zunächst fast 200 Mitarbeiter ihren Job gekostet hatte.
Im Rahmen der Transaktion übernimmt Phillips 66 neben dem Raffineriestandort in Lincolnshire auch mehrere weitere Gesellschaften: Prax Storage Lindsey Limited, Prax Terminals Killingholme Limited, Prax Terminals Jarrow Limited sowie Prax Downstream UK Limited. Das Unternehmen betreibt bereits eine benachbarte Raffinerie und will die neu erworbenen Vermögenswerte in den eigenen Betrieb integrieren.
Arbeitsplätze: 109 übernommen, 55 entlassen
Vom verbliebenen Personal am Standort wurden laut Insolvenzverwalter 109 Mitarbeiter von Phillips 66 übernommen. Gleichzeitig verlieren 55 weitere Beschäftigte ihre Stelle. FTI Consulting, das den Insolvenzverwalter während des Liquidationsprozesses unterstützte, erklärte, dass Entlassungen trotz aller Bemühungen unvermeidbar gewesen seien. „Wir sind uns bewusst, dass dies eine schwierige Zeit für die Mitarbeiter und andere Beteiligte war, und wir werden den betroffenen Personen weiterhin angemessene Unterstützung bieten", hieß es in einer Erklärung.
Der amtliche Insolvenzverwalter Gareth Allen bezeichnete das Ergebnis als das bestmögliche für die Raffinerie unter den gegebenen Umständen. Energieminister Michael Shanks lobte Phillips 66 als „erfahrenen und glaubwürdigen Betreiber" und erklärte, das Unternehmen werde den Betrieb am Standort „zügig ausbauen". Shanks hatte zuvor klargestellt, dass keine glaubwürdigen Angebote für den Kauf der gesamten Raffinerie als laufenden Betrieb vorgelegen hätten.
Strategische Bedeutung für die britische Energieversorgung
Phillips 66 hatte von Beginn an betont, keinen Neustart des eigenständigen Raffineriebetriebs zu planen. Stattdessen sollen die Anlagen in den bestehenden Betrieb integriert werden, um die Kraftstoffversorgung für britische Kunden zu stärken. Paul Fursey, leitender Manager bei Phillips 66, erklärte, der Kauf ermögliche es dem Unternehmen, „eine noch stärkere Rolle bei der Unterstützung der britischen Kraftstoffversorgung und der Widerstandsfähigkeit dieser kritischen Energieinfrastruktur zu spielen".
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Zur AktienanalyseFursey ergänzte: „Dieser strategische Schritt wird neue Wachstumschancen für traditionelle und erneuerbare Kraftstoffe eröffnen und dazu beitragen, die britische Energiesicherheit in einer Zeit zu schützen, in der die heimische Produktion unter Druck steht." Die Aussagen unterstreichen die strategische Bedeutung der Transaktion für die britische Energieinfrastruktur, die angesichts sinkender heimischer Produktion zunehmend unter Druck gerät.
Die Lindsey-Raffinerie war 2021 von der Prax Group vom französischen Energiekonzern Total übernommen worden. In den drei Jahren unter Prax-Führung häufte die Anlage Verluste von rund 75 Millionen Britischen Pfund an. Eine Untersuchung des Geschäftsgebarens der Prax Group sowie der genauen Umstände ihrer Insolvenz dauert weiterhin an.


