Photonische Chips aus Deutschland starten in die Produktion
Q.ant setzt auf Licht statt Elektronen und spart Energie

Der deutsche Chiphersteller Q.ant hat in Stuttgart seine erste Produktionslinie für photonische Chips gestartet. Das Unternehmen, eine Ausgründung des Laser-Spezialisten Trumpf, plant, jährlich bis zu 60.000 Chips herzustellen. Diese sind speziell für Anwendungen der künstlichen Intelligenz konzipiert. Zum Vergleich: Der bisherige Marktmarktführer Nvidia produziert pro Jahr rund zwei Millionen Exemplare seines Hochleistungsprozessors H100.
Die von Q.ant entwickelten Prozessoren nutzen gepulstes Licht für Berechnungen, wodurch komplexe mathematische Funktionen analog errechnet werden können. Diese Technologie unterscheidet sich grundlegend von herkömmlichen Rechenchips, die digitale Berechnungen mit Nullen und Einsen durchführen. Die photonischen Chips sollen bis zu 30-mal energieeffizienter und schneller sein als konventionelle Grafikprozessoren, die derzeit für künstliche Intelligenz eingesetzt werden.
Aktuell befindet sich die Produktion der Chips noch in der Prototypenphase. Laut Q.ant-Geschäftsführer Michael Förtsch werden derzeit nur geringe Stückzahlen gefertigt und an Testkunden geliefert. Unternehmen aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz sowie Betreiber von Rechenzentren führen Tests mit den neuen Chips durch und entwickeln Anwendungen. Abhängig von den Ergebnissen dieser Tests könnten größere Bestellungen folgen, wodurch die Produktion skaliert werden könnte.
Einer der entscheidenden Vorteile der neuen Technologie liegt in der Fertigung. Während herkömmliche Hochleistungschips mit extrem teuren Belichtungsmaschinen hergestellt werden müssen, kann Q.ant auf eine 90-Nanometer-Fertigungsline zurückgreifen, die mehr als 25 Jahre alt ist. Diese wurde für 14 Millionen Euro umgerüstet, um photonische Chips zu produzieren. Zum Vergleich: Die neuesten Belichtungsmaschinen kosten jeweils mehrere hundert Millionen Euro.
Durch diese Fertigungsweise bietet sich Q.ant die Möglichkeit, seine Chips auch in älteren Halbleiterwerken herzustellen, die für moderne Chipproduktion nicht mehr genutzt werden. Laut Förtsch könnten auch Länder ohne hochmoderne Chipfabriken die Technik lizensieren und selbst produzieren.
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Zur AktienanalyseObwohl es bereits Konkurrenten mit ähnlichen technischen Ansätzen gibt, sieht sich Q.ant im Vorteil. Die Trumpf-Ausgründung mit derzeit rund 90 Mitarbeitern liegt nach eigenen Angaben in der Entwicklung weiterhin vorne. In der Halbleiterbranche sei es entscheidend, stets schneller als die Konkurrenz zu sein, betonte Förtsch.


