Platinmarkt steht vor massivem Defizit: Autobauer sichern sich das begehrte Metall
Produktions-Prognose: 8 Millionen Unzen in diesem Jahr mit Defizit von 128.000 Unzen

Aktuellen Berichten zufolge wird der globale Platinmarkt aufgrund der steigenden Nachfrage von Automobilherstellern, der Industrie und Investoren in das größte Defizit seit Jahren geraten. Dies markiert eine bedeutende Veränderung in der Entwicklung von Platin und seinem Schwestermetall Palladium, die hauptsächlich zur Neutralisierung schädlicher Motorabgase in Fahrzeugauspuffen eingesetzt werden.
Über einen längeren Zeitraum hinweg trieb die wachsende Nachfrage und das knappe Angebot an Palladium die Preise in die Höhe, während Platin aufgrund eines mangelnden Verbrauchsinteresses und einer größeren Verfügbarkeit zu niedrigen Preisen gehandelt wurde.
Allerdings zeichnen sich nun zwei Berichte ab, die prognostizieren, dass Platin in diesem Jahr ein größeres Defizit verzeichnen wird, während Palladium weiterhin im Defizit bleiben wird.
Die Automobilindustrie wechselt nun vermehrt von Palladium zu Platin, um Kosten zu senken. Die Produktion von schweren Fahrzeugen mit einem hohen Platinbedarf nimmt zu, während palladiumfokussierte Leichtfahrzeuge zunehmend durch abgasfreie Elektrofahrzeuge ersetzt werden.
Auch der industrielle Verbrauch und die Nachfrage von Juwelieren tragen zur Unterstützung von Platin bei, während Palladium nahezu ausschließlich von der Automobilindustrie nachgefragt wird.
Die Palladiumpreise sind in den letzten Monaten stark gesunken, während Platin Anzeichen einer Erholung zeigt.
Der Spezialmaterialhersteller Johnson Matthey prognostiziert für den Platinmarkt mit einer jährlichen Produktion von etwa 8 Millionen Unzen in diesem Jahr ein Defizit von 128.000 Unzen. Dies wäre das erste Defizit seit 2020 und ein großer Schritt weg vom Überschuss von 740.000 Unzen im letzten Jahr.
Der World Platinum Investment Council erwartet sogar ein Defizit von 983.000 Unzen für Platin - das größte seit mindestens 2014, nach einem Überschuss von 854.000 Unzen im Vorjahr.
Das Beratungsunternehmen Metals Focus prognostiziert ein Defizit von 953.000 Unzen für Platin, im Vergleich zu lediglich 53.000 Unzen im Jahr 2022.
Diese Prognosen basieren auf leicht unterschiedlichen Methoden, wobei Metals Focus den Kauf oder Verkauf von Platin durch börsengehandelte Fonds ausschließt.
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Zur AktienanalyseJohnson Matthey sagt zudem einen Anstieg der Platin- und Palladiumproduktion in diesem Jahr voraus, während Metals Focus und der World Platinum Investment Council dies nicht tun.
Für den Palladiummarkt mit einer jährlichen Produktion von etwa 10 Millionen Unzen prognostiziert Johnson Matthey in diesem Jahr ein Defizit von 43.000 Unzen, im Vergleich zu 531.000 Unzen im Jahr 2022.
Metals Focus hingegen erwartet, dass das Defizit auf 707.000 Unzen ansteigen wird, verglichen mit 547.000 Unzen im letzten Jahr.


