Playmobil-Umsatz sinkt um 8% – Sky Trails enttäuscht Erwartungen
Der Traditionskonzern Playmobil verliert weiter Marktanteile: 2025 sank der Deutschland-Umsatz um 8% auf 104 Mio. Euro, während der Gesamtmarkt um 3% wuchs. Die neue Produktlinie Sky Trails konnte die Hoffnungen bisher nicht erfüllen.

Der fränkische Spielzeughersteller Playmobil kämpft weiterhin mit rückläufigen Verkaufszahlen. Laut Marktforscher Circana erzielte die deutsche Niederlassung 2025 einen Umsatz von 104 Millionen Euro – ein Rückgang von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders brisant: Der deutsche Spielwarenmarkt insgesamt legte im gleichen Zeitraum um drei Prozent zu.
Die Circana-Daten erfassen etwa 80 Prozent aller Absatzkanäle, darunter allerdings nicht den Playmobil-eigenen Onlineshop und den Händler Smyths Toys. Dennoch gelten die Zahlen als verlässlicher Indikator für die Marktentwicklung.
Sky Trails als Hoffnungsträger mit gemischter Bilanz
Im September 2025 führte Playmobil mit Sky Trails eine völlig neue Produktkategorie ein. Das Konstruktionsspiel erlaubt es, Parcours aus Hängeschienen zu bauen, an denen die bekannten Playmobil-Figuren hinunterrutschen. In den ersten vier Monaten generierte Sky Trails in Deutschland 3,2 Millionen Euro Umsatz – das entspricht drei Prozent des Gesamtumsatzes.
Ein Lichtblick: Im Dezember 2025 verzeichnete Playmobil ein Umsatzplus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Das Unternehmen führt dies auf das erfolgreiche Weihnachtsgeschäft und die Einführung von Sky Trails zurück. Eine Playmobil-Sprecherin zeigte sich "sehr zufrieden" mit der Gesamtentwicklung.
Preisdruck und gemischte Kundenbewertungen
Das Sky-Trails-Starterkit kostet offiziell 80 Euro, wurde jedoch von vielen Händlern bereits kurz nach Markteinführung für 55 bis 60 Euro angeboten. Die Kundenrezensionen fallen durchwachsen aus: Während die Förderung von Kreativität und Motorik gelobt wird, kritisieren Nutzer die hohe Komplexität und den schnell nachlassenden Spielspaß.
Insider berichten von hohen Lagerbeständen bei Sky Trails, was auf überhöhte Absatzerwartungen hindeutet. Playmobil weist dies zurück und erklärt, man habe bewusst hohe Verfügbarkeit für das Weihnachtsgeschäft sichergestellt.
Tiefgreifende Unternehmenskrise seit 2015
Die Horst Brandstätter Holding steckt seit dem Tod des Firmengründers 2015 in einer schweren Krise. Der weltweite Umsatz brach von 691 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2021/22 auf nur noch 449 Millionen Euro in 2023/24 ein. Dabei entstand ein Jahresfehlbetrag von 120 Millionen Euro.
Zwischen Oktober 2023 und Oktober 2024 musste das Unternehmen rund 700 Stellen abbauen – 17 Prozent der Gesamtbelegschaft. Deutschland steuert traditionell etwa ein Drittel zum Konzernumsatz bei, während das Spielzeuggeschäft 89 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseManagement gibt sich kämpferisch
Seit März 2023 leitet Bahri Kurter, ehemaliger Manager aus der Sportartikel- und Reifenbranche, die Marke Playmobil. In einem Interview zeigte er sich kämpferisch: "Wenn es diese Innovation nicht ist, dann haben wir schon die nächsten zwei, drei auf Lager. Eine davon wird auf jeden Fall erfolgreich sein."
Die nächsten Monate werden zeigen, ob Sky Trails die erhoffte Trendwende einleiten kann oder ob Playmobil weitere Innovationen benötigt, um im hart umkämpften Spielwarenmarkt zu bestehen. Das Konzern-Fiskaljahr endet im März – dann wird die endgültige Bilanz vorliegen.


