Podolskis Mangal-Döner greift McDonald's an: 1000 Filialen bis 2030
Die Systemgastronomie-Kette des Ex-Fußballers plant aggressive Expansion in Europa und Asien

Elektronische Musik, digitale Bestellterminals und Flachbildschirme statt klassischer Imbiss-Atmosphäre: Am Kölner Hohenzollernring betreibt Ex-Nationalspieler Lukas Podolski mit seinem Partner Metin Dag eine Döner-Kette, die wenig mit traditionellen Imbissen gemein hat. "Mangal × LP10" heißt das Konzept, das nun den gesamten Fast-Food-Markt aufmischen will.
Managing Director Marco Schepers formuliert das Ziel unmissverständlich: "Wir wollen die führende Marke in Europa werden." Eine ambitionierte Ansage in einem Markt, der strukturell unter Druck steht. Doch die Zahlen geben den Expansionsplänen recht.
Systemgastronomie trotzt der Krise
Während die klassische Gastronomie kämpft, floriert die Systemgastronomie. 2024 erwirtschaftete die Branche in Deutschland 35 Milliarden Euro Umsatz – ein Plus von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Individualgastronomen mussten dagegen ein Minus von drei Prozent hinnehmen, wie Zahlen des Marktforschungsunternehmens Circana belegen.
Besonders bemerkenswert: Der Döner-Markt erreichte 2025 ein Volumen von 2,4 Milliarden Euro, ein Anstieg von knapp zwei Prozent. "Das ist schon eine Hausnummer, mit McDonald's gibt es nur eine einzelne Kette, die das in Deutschland zahlenmäßig überbieten kann", erklärt Circana-Marktforscher Jochen Pinsker.
Die Marktlücke im Milliardengeschäft
Branchenexperte Tobias Akoglu sieht erhebliches Potenzial: "Der deutsche Döner-Markt ist trotz seiner Größe strukturell stark fragmentiert, der Döner ist ein Massenprodukt ohne Massenmarke." Anders als bei Burgern oder Pizza fehle ein dominierender Platzhirsch mit bundesweiter Präsenz.
Genau diese Lücke will Mangal-Döner schließen. Bis Ende des Jahrzehnts sollen Verträge für 1000 Filialen unterschrieben sein – aktuell stehen erst rund 50 Standorte. "Die Skalierung eines Systems steht und fällt mit der Qualität der Franchisepartner", warnt Akoglu.
Für die Expansion holte sich das Unternehmen einen erfahrenen Manager: Marco Schepers arbeitete rund 20 Jahre bei Yum! Brands, dem Konzern hinter KFC, Taco Bell und Pizza Hut. Zuletzt leitete er KFC in der DACH-Region und Dänemark.
Standardisierung nach Fast-Food-Vorbild
Das Erfolgsrezept: Ein detailliertes Handbuch regelt jeden Arbeitsschritt. Von der Grillzeit des Fleisches über das Schnittgewicht bis zur Reinigungsfrequenz der Tische ist alles vorgeschrieben. "Training ist in der Systemgastronomie ganz besonders wichtig", betont Schepers.
Für 2025 sind bereits Verträge für 30 neue Filialen unterschrieben. Vier unrentable Standorte wurden geschlossen und sollen durch größere Läden in Top-Lagen ersetzt werden. Ein wichtiger Deal gelang mit Kaufland: Fünf Restaurants sollen an Standorten des Lebensmittelhändlers eröffnen, darunter eine Filiale am Berliner Alexanderplatz.
Internationale Expansion im Fokus
Um Europas führende Döner-Marke zu werden, setzt Mangal verstärkt auf das Ausland. Erste Filialen in den Niederlanden und Polen sind bereits in Betrieb. "Wir wollen mit großen Franchise-Organisationen zusammenarbeiten, die schnell 20, 30 Läden am jeweiligen Ländermarkt aufmachen können", beschreibt Schepers die Strategie.
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Zur AktienanalysePodolskis internationale Karriere – von London über Mailand und Istanbul bis Japan – öffnet dabei Türen. "Lukas ist extrem wichtig für uns, er öffnet international viele Türen", sagt Schepers. Belgien und Luxemburg stehen kurz vor dem Markteintritt, aus Asien liegen bereits Anfragen vor.
Angriff auf McDonald's und Co.
Die durchschnittliche Filiale erwirtschaftet laut Schepers rund 1,2 Millionen Euro Jahresumsatz – deutlich über den typischen 700.000 Euro klassischer Dönerläden. Zum Vergleich: McDonald's betreibt in Deutschland etwa 1400 Filialen und setzte 2024 rund 4,8 Milliarden Euro um.
"Unsere Konkurrenz sehen wir nicht hauptsächlich beim Döner, sondern in der gesamten Fast-Food-Branche", gibt sich Schepers kämpferisch. In Köln betreibe man bereits genauso viele Läden wie McDonald's. Noch in diesem Jahr soll das erste Restaurant an einer Autobahnraststätte eröffnen – inklusive Döner-Drive-In. Ein Standorttyp, der bislang klar von internationalen Ketten dominiert wird.


