Polen begibt dreiteilige Dollar-Anleihe an internationalen Kapitalmärkten
Polen kehrt mit einer dreiteiligen US-Dollar-Emission erstmals seit Kriegsausbruch an die internationalen Kapitalmärkte zurück.

Polen begibt eine dreiteilige, auf US-Dollar lautende Anleihe und kehrt damit erstmals seit dem Ausbruch des Krieges im Iran an die internationalen Kapitalmärkte zurück. Die Regierung veräußert Benchmark-Anleihen mit Laufzeiten von 5, 10 und 30 Jahren. Das polnische Finanzministerium hat Citigroup, Goldman Sachs, JPMorgan Chase und Societe Generale als Bookrunner für die Transaktion mandatiert.
Die ersten Preisgespräche für die fünfjährige Tranche liegen bei rund 95 Basispunkten über US-Staatsanleihen. Die 30-jährige Tranche wird mit einem Aufschlag von etwa 160 Basispunkten vermarktet, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person mitteilte. Das Ministerium betonte, dass die Transaktion von den Marktbedingungen abhängt.
Umfangreiches Emissionsprogramm für 2025
Die aktuelle Dollar-Emission reiht sich in ein ambitioniertes Finanzierungsprogramm Polens ein. Bereits im Januar verkaufte das Land Euro-denominierte Anleihen im Volumen von 3,25 Milliarden Euro (rund 3,76 Milliarden US-Dollar). Im Februar folgte eine Samurai-Bond-Emission in Höhe von 211,6 Milliarden Yen (rund 1,3 Milliarden US-Dollar) auf dem japanischen Kapitalmarkt. Insgesamt plant Polen, im laufenden Jahr Auslandsanleihen im Gegenwert von 10 bis 12 Milliarden Euro zu begeben.
Zuletzt hatte Polen im Februar 2025 auf US-Dollar lautende Anleihen emittiert, damals mit fünf- und zehnjähriger Laufzeit im Gesamtvolumen von 5,5 Milliarden US-Dollar. Die neue dreiteilige Emission ergänzt dieses Programm um eine zusätzliche 30-jährige Laufzeit, die institutionellen Investoren mit langfristigem Anlagehorizont entgegenkommt.
Renditen und Ratingausblick im Blick
Die Rendite bestehender, im Jahr 2035 fälliger polnischer Anleihen liegt derzeit bei 5,11 Prozent. Zum Vergleich: Unmittelbar vor Kriegsausbruch notierte die Rendite noch bei 4,72 Prozent, hatte jedoch im vergangenen Monat einen Höchststand von 5,23 Prozent erreicht. Die aktuelle Rendite liegt damit zwar über dem Vorkriegsniveau, hat sich aber von den jüngsten Höchstständen wieder etwas erholt.
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Zur AktienanalysePolen verfügt bei allen drei führenden Ratingagenturen – Moody's, S&P und Fitch – über Investment-Grade-Bewertungen, allerdings jeweils mit negativem Ausblick. Dieser negative Ausblick spiegelt die erhöhten geopolitischen Risiken und die gestiegenen Verteidigungsausgaben wider, die das Land in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet hat.
Auf der innenpolitischen Seite hat Polen zuletzt die Steuern auf Kraftstoffe gesenkt, um einen erneuten Anstieg des inländischen Inflationsdrucks infolge höherer Ölpreise zu verhindern. Darüber hinaus reduzierte die Regierung im vergangenen Monat das Angebot an Lokalwährungsanleihen bei Auktionen. Diese Maßnahmen zeigen, dass Warschau aktiv versucht, die Finanzierungskosten und den Inflationsdruck zu steuern, während es gleichzeitig seinen Kapitalbedarf an den internationalen Märkten deckt.

