Polen und Südkorea heben Partnerschaft auf strategisches Niveau
Tusk nennt Seoul Polens wichtigsten Verbündeten nach den USA – Verteidigungskooperation im Wert von 44,2 Milliarden Dollar im Fokus.

Der südkoreanische Präsident Lee Jae Myung und der polnische Ministerpräsident Donald Tusk haben am Montag in Seoul vereinbart, ihre bilateralen Beziehungen zu einer umfassenden strategischen Partnerschaft aufzuwerten. Im Mittelpunkt der Gespräche im Blauen Haus, dem Amtssitz des südkoreanischen Präsidenten, stand die Verteidigungskooperation zwischen beiden Ländern. Die Staats- und Regierungschefs unterstrichen dabei die wachsende Bedeutung ihrer Zusammenarbeit für die internationale Sicherheit.
Lee Jae Myung betonte, dass die Länder die rüstungsindustrielle Zusammenarbeit im Rahmen eines im Jahr 2022 unterzeichneten Rahmenabkommens im Wert von 44,2 Milliarden US-Dollar weiter ausbauen werden. „K2-Panzer, Panzerhaubitzen vom Typ K9, leichte Kampfflugzeuge des Typs FA-50 und Chunmoo-Mehrfachraketenwerfer – die südkoreanische Technologie und Stolz verkörpern – schützen nun das polnische Territorium und seine Bevölkerung in den weiten Gebieten des Landes", sagte Lee. Der südkoreanische Staatschef machte deutlich, dass die Partnerschaft weit über reine Waffenverkäufe hinausgehe.
Mehr als Waffenlieferungen: Gemeinsame Produktion und Technologietransfer
Laut Lee umfasst die Zusammenarbeit auch die gemeinsame Produktion, Technologietransfers sowie militärische Ausbildung. Damit positioniert sich Südkorea nicht nur als Lieferant, sondern als langfristiger Rüstungspartner Polens. Tusk seinerseits bezeichnete Südkorea als Polens „wichtigsten Verbündeten nach den Vereinigten Staaten, insbesondere in der Verteidigungsindustrie" – eine bemerkenswert starke Aussage, die das Gewicht der Beziehung unterstreicht.
Der polnische Regierungschef kündigte zudem an, die erweiterte Verteidigungskooperation zwischen den Ländern persönlich zu überwachen. Er betonte, dass die aufgewertete Partnerschaft bedeute, dass beide Länder eine gemeinsame Verantwortung übernehmen und einen Beitrag zum Weltfrieden und zur internationalen Stabilität leisten sollten. Die Partnerschaft erhält damit auch eine geopolitische Dimension, die über bilaterale Interessen hinausgeht.
Hintergrund: Polens Aufrüstung nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine
Südkorea hat sich in den letzten Jahren zu einem der führenden Waffenlieferanten Polens entwickelt. Der Auslöser war der russische Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022, der Polen dazu veranlasste, seine Streitkräfte zügig und in großem Umfang zu modernisieren. Warschau suchte dabei nach verlässlichen Partnern, die schnell liefern konnten – und fand diese in südkoreanischen Rüstungsunternehmen.
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Zur AktienanalyseIm Jahr 2022 unterzeichneten beide Länder ein Verteidigungsrahmenabkommen, das vorsieht, dass südkoreanische Unternehmen Polen mit Waffen beliefern und militärische Ausrüstung gemeinsam auf polnischem Boden produzieren. Seitdem haben Rüstungskonzerne wie Hanwha Aerospace und Hyundai Rotem Folgeverträge in Milliardenhöhe über die Lieferung von Ausrüstung wie Panzern und Raketenwerfern unterzeichnet. Diese Unternehmen gehören damit zu den größten Profiteuren der veränderten Sicherheitslage in Europa.
Neben der Verteidigung bekräftigten beide Regierungschefs auch eine verstärkte Zusammenarbeit in weiteren Bereichen. Dazu zählen Energielieferketten, Infrastruktur, Wissenschaft und Technologie, Hochtechnologieindustrien, Raumfahrt sowie der zwischenmenschliche Austausch. Die strategische Partnerschaft soll damit auf ein breites wirtschaftliches und gesellschaftliches Fundament gestellt werden, das die Beziehungen langfristig festigt.


