Polens Zloty im Höhenflug
Erwartungen an EU-Mittel und politischer Wandel beflügeln Investitionen

Der Zloty, die Landeswährung Polens, erlebte nach den kürzlichen Parlamentswahlen im Land einen bemerkenswerten Aufschwung. Ein Anstieg von bis zu zwei Prozent gegenüber dem Dollar und dem Euro wurde verzeichnet, was viele Marktbeobachter positiv überraschte.
Bereits vor der Wahl hatten Meinungsumfragen eine mögliche Mehrheit der Oppositionsparteien vorgeschlagen, was zu einem Anstieg des Zloty führte. Doch mit dem Eingang der ersten Hochrechnungen, die diesen Wahlausgang bestätigten, beschleunigte sich der Aufwärtstrend der polnischen Währung spürbar.
Aber welche Faktoren trugen zu dieser positiven Entwicklung bei? Ein bedeutender Grund ist die Erwartung, dass milliardenschwere EU-Mittel, die aufgrund von Bedenken hinsichtlich der "Regeln der Demokratie" durch die vorherige Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) blockiert wurden, nun freigegeben werden könnten. Die EU hatte diese Mittel aufgrund von Bedenken bezüglich der Achtung der demokratischen Grundsätze durch die PiS gesperrt. Mit der Möglichkeit, dass Donald Tusk, der ehemalige EU-Ratspräsident und Oppositionsführer, eine neue Regierung bildet, könnte der langwierige Konflikt mit Brüssel ein Ende finden. Dies wäre ein starkes Zeichen für eine Pro-EU-Wende Polens, wodurch umstrittene Justizreformen möglicherweise rückgängig gemacht würden.
Ein weiterer wichtiger Aspekt, der den Anstieg des Zloty beeinflusste, war die Beseitigung der "Polexit"-Bedrohung. Eine weitere Amtszeit unter der Führung der PiS, möglicherweise in Zusammenarbeit mit rechtsextremen Gruppen, hätte Polen in Richtung einer autokratischen Staats- und Gesellschaftsform lenken können, was mittel- bis langfristig möglicherweise zu einem Austritt Polens aus der EU geführt hätte. Dies hätte Investitionen massiv behindert. Doch mit der verringerten Gefahr eines "Polexit" scheinen die Investitionsmöglichkeiten in Polen nun attraktiver zu sein, was den Zloty-Kurs weiter stärkt.
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Zur AktienanalyseEs war nicht nur der Devisenmarkt, der auf die Wahlen reagierte. Polnische Aktien und Anleihen waren ebenfalls sehr gefragt. Der polnische Leitindex WIG20 stieg um mehr als drei Prozent, und die Renditen polnischer Staatsanleihen sanken. Auch in Deutschland wurde positiv auf die politische Veränderung in Polen reagiert. Polen hat sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Handelspartner Deutschlands entwickelt. Tatsächlich exportierte Deutschland im letzten Jahr Waren im Wert von 90,6 Milliarden Euro nach Polen, ein beachtlicher Anstieg gegenüber den 41,8 Milliarden Euro im Jahr 2012.


