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Polestar-CEO: Hohe Kraftstoffpreise treiben Elektroauto-Nachfrage an

Steigende Ölpreise infolge der Nahost-Krise verschieben die Kaufmotive der Verbraucher hin zu Elektrofahrzeugen, so Polestar-Chef Lohscheller.

Polestar-CEO: Hohe Kraftstoffpreise treiben Elektroauto-Nachfrage an

Investing.com – Der Elektroautohersteller Polestar beobachtet einen deutlichen Wandel in der Kaufmotivation von Verbrauchern: Statt der klassischen „Reichweitenangst" treibt nun die „Angst vor der Zapfsäule" immer mehr Menschen in Richtung Elektromobilität. Polestar-CEO Michael Lohscheller erklärte gegenüber „Squawk Box Europe" von CNBC: „Die Menschen machen sich Sorgen: ‚Wie viel bezahle ich an der Tankstelle?'"

Hintergrund ist der Anstieg der globalen Energiekosten infolge von Störungen an der Straße von Hormus – einer strategisch bedeutsamen Wasserstraße, über die üblicherweise etwa ein Fünftel des weltweiten Ölangebots transportiert wird. Die Spannungen im Nahen Osten haben die Ölpreise zuletzt deutlich in die Höhe getrieben und damit die Betriebskosten von Verbrennungsfahrzeugen spürbar erhöht.

Lohscheller betonte dabei einen grundlegenden Wandel in der Entscheidungsfindung der Käufer: „In der Vergangenheit haben sich die Menschen aus idealistischen Gründen für E-Autos entschieden, heute geht es bei der Entscheidung rein um das Geld." Polestar verzeichnet demnach eine steigende Nachfrage sowohl nach gebrauchten als auch nach neuen Elektrofahrzeugen.

Verlust trotz Absatzwachstum

Das in chinesischem Besitz befindliche und in Schweden ansässige Unternehmen steht jedoch gleichzeitig vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen. In der vergangenen Woche meldete Polestar für das erste Quartal einen ausgeweiteten Nettoverlust von 383 Millionen US-Dollar. Trotz eines Absatzanstiegs von 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr drücken Preisdruck, verschärfter Wettbewerb sowie Zölle der EU und der USA auf das Ergebnis.

Lohscheller zeichnete am Donnerstag ein anspruchsvolles Bild der globalen Automobilindustrie. Den chinesischen Markt bezeichnete er als „hyperkompetitiv" und mahnte, dass Europa „an Geschwindigkeit zulegen" müsse, um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können. China gilt als weltgrößter Markt für Elektrofahrzeuge und Heimat zahlreicher aufstrebender EV-Hersteller, die mit aggressiven Preisstrategien auf den globalen Märkten drängen.

Unsicherheit im US-Markt

Auch der nordamerikanische Markt bereitet dem Polestar-Chef Sorgen. Lohscheller verwies auf wegfallende Steueranreize für Elektrofahrzeuge sowie auf die allgemeine Verunsicherung der Verbraucher angesichts steigender Kosten. Diese Faktoren könnten die Kaufbereitschaft in den USA dämpfen, obwohl höhere Kraftstoffpreise grundsätzlich als Treiber für die EV-Nachfrage wirken.

Die Ölpreise sind laut dem Bericht gestiegen, seit die USA und Israel Ende Februar den Iran angegriffen haben. Für deutsche Verbraucher und Anleger ist die Entwicklung besonders relevant: Deutschland gehört zu den wichtigsten Automobilmärkten Europas, und steigende Spritpreise könnten hierzulande ebenfalls die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen ankurbeln – ein Trend, den Hersteller wie Polestar trotz ihrer aktuellen Verluste als strategische Chance begreifen.

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