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Polestar meldet höheren Quartalsverlust – Zölle und Preisdruck belasten

Trotz gestiegener Verkaufszahlen weitet sich der Nettoverlust des Elektroautobauers auf 383 Millionen Dollar aus.

Polestar meldet höheren Quartalsverlust – Zölle und Preisdruck belasten

Der schwedische Elektroautobauer Polestar hat für das erste Quartal 2025 einen deutlich höheren Verlust gemeldet. Der Nettoverlust weitete sich von 166 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum auf 383 Millionen Dollar aus. Die Aktie reagierte mit einem Kurseinbruch von fast 8 Prozent auf die enttäuschenden Zahlen.

Hauptursachen für die schlechten Ergebnisse sind Preisdruck und US-Zölle, die die Margen des Unternehmens erheblich belasten. Polestar, das sich mehrheitlich im Besitz der chinesischen Geely Holding befindet, hatte Rabatte eingeführt, um vorsichtige Käufer anzulocken. Diese Strategie steigerte zwar den Absatz, drückte jedoch gleichzeitig die Profitabilität.

„Die Welt um uns herum stellt uns weiterhin vor Herausforderungen. Dies spiegelt sich in unseren Ergebnissen für das erste Quartal wider", sagte Polestar-CEO Michael Lohscheller in einer Analystenkonferenz. Einen konkreten Finanzausblick für das laufende Jahr gab er dabei nicht.

Europa als Wachstumsmotor

Polestar verfolgt eine stark auf Europa ausgerichtete Strategie, auf die 78 Prozent des Absatzes entfielen. Im Zeitraum von Januar bis März stiegen die Verkäufe dadurch um 7 Prozent. Dennoch blieb der Umsatz mit 633 Millionen Dollar weitgehend unverändert gegenüber dem Vorjahr.

Der stagnierende Umsatz erklärt sich durch einen veränderten Modellmix: Weniger der hochpreisigen Polestar-3-Modelle wurden verkauft, während der Anteil der günstigeren Polestar-4-Fahrzeuge zunahm. Im ersten Quartal machten Polestar-3-Modelle 9 Prozent des Absatzes aus, Polestar-4-Fahrzeuge hingegen 67 Prozent. Dieser Verschiebung hin zu günstigeren Modellen schmälerte die Erlöse trotz höherer Stückzahlen.

Zusätzlich stiegen die Ausgaben im ersten Quartal aufgrund höherer Verkaufsprovisionen, einmaliger Personalkosten und Marketingaufwendungen. Diese Kostensteigerungen verstärkten den Druck auf das ohnehin belastete Ergebnis weiter.

Kostensparen statt neue Modelle

Um die Ausgaben zu begrenzen, hat Polestar entschieden, überarbeitete Versionen bestehender Modelle auf den Markt zu bringen, anstatt komplett neue Fahrzeuge zu entwickeln. Das Unternehmen erwartet, dass die Auslieferungen einer neuen Polestar-4-Variante noch im laufenden Jahr beginnen werden. Eine aufgefrischte Version der Limousine Polestar 2 soll 2027 folgen. Das nächste vollständig neue Modell wird der kompakte SUV Polestar 7 sein.

Wie viele Elektroauto-Startups verbrennt Polestar erhebliche Barmittel, um seine Modellpalette auszubauen. Der Kassenbestand sank am Ende des ersten Quartals auf 676 Millionen Dollar – verglichen mit 1,16 Milliarden Dollar drei Monate zuvor. Dieser deutliche Rückgang verdeutlicht den anhaltenden Kapitalbedarf des Unternehmens.

Finanzierung durch Geely und Banken gesichert

Um die Liquidität zu sichern, hat Polestar in den vergangenen Monaten Kredit- und Eigenkapitalfinanzierungen von Geely und Banken erhalten. Volvo Cars wandelt zudem Schulden in Eigenkapital um. Darüber hinaus erhielt Polestar die Genehmigung für eine Aufstockung seiner grünen Handelsfinanzierungsfazilität um 50 Millionen Euro.

Das Unternehmen plant, seine Absatzzahlen für das zweite Quartal am 9. Juli zu veröffentlichen. Investoren und Analysten werden dann genau beobachten, ob die Europa-Strategie und die Kostensparmaßnahmen erste Früchte tragen und ob sich der Verlusttrend abschwächt.

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