Porsche setzt Milliarden auf Verbrenner und Hybride
Anleger reagieren mit Kursverlusten, Kunden verlangen weiter nach klassischen Motoren

Porsche hat seine Strategie bei den Antrieben überraschend verändert und investiert Milliarden in Verbrenner und Hybride, während die Entwicklung reiner Elektroautos langsamer voranschreitet. Das Unternehmen stellt dafür im laufenden Jahr 1,8 Milliarden Euro bereit und will in den kommenden Jahren insgesamt mehr als fünf Milliarden Euro ausgeben. Damit rückt der Sportwagenhersteller von seinem ursprünglichen Ziel ab, bis 2030 fast ausschließlich Elektroautos anzubieten – ein Versprechen, das noch beim Börsengang eine zentrale Rolle spielte.
Die Reaktion an der Börse war deutlich. Die Kurse von Porsche AG, Volkswagen und Porsche SE fielen nach Bekanntwerden der neuen Planung. Anleger fürchten die hohen Kosten, die mit der gleichzeitigen Entwicklung unterschiedlicher Antriebsarten verbunden sind. Selbst für einen profitablen Hersteller wie Porsche ist diese Doppelstrategie eine enorme Belastung.
Der Strategiewechsel wird damit begründet, dass ein rein elektrisches Angebot für Porsche derzeit riskant wäre. Teile der Kundschaft stehen E-Autos skeptisch gegenüber und bevorzugen klassische Verbrenner mit mechanischem Charakter. Die Wertstabilität vieler Elektrofahrzeuge gilt zudem als gering, was Käufer zusätzlich abschreckt. Deshalb setzt Porsche weiterhin auf Modelle mit Auspuff, um die Nachfrage seiner traditionellen Kunden zu bedienen.
Kritiker verweisen darauf, dass Porsche früher hätte analysieren müssen, wie Elektroautos gestaltet sein müssen, um eine breitere Akzeptanz zu erreichen. Emotionale Aspekte und langfristige Wertbeständigkeit, wie sie bei Verbrennern gegeben sind, seien in der Entwicklung der E-Modelle zu wenig berücksichtigt worden. Ein behutsameres Auslaufen der Verbrenner hätte Porsche mehr Handlungsspielraum verschafft.
Innerhalb des Volkswagen-Konzerns zeigt sich ein unterschiedlicher Kurs. Audi-Chef Gernot Döllner etwa betont, dass das Elektroauto unabhängig von politischen Debatten die bessere Technik sei. Er verweist auf sinkende Kosten, kürzere Ladezeiten und die Möglichkeit, Fahrzeuge als Stromspeicher ins Netz einzubinden. Diese Argumente stützen die These, dass Elektromobilität langfristig effizienter und günstiger sein wird als Verbrenner.
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Zur AktienanalyseDer Schritt von Porsche verdeutlicht, dass Technologieoffenheit teuer ist. Zwar bedeutet sie für Kunden Wahlfreiheit, für Hersteller jedoch hohe parallele Entwicklungskosten. Für einen vergleichsweise kleinen Anbieter wie Porsche mit Luxuscharakter gelten zudem andere Regeln als für große Volumenmarken. Dort ist Elektromobilität nicht nur eine ökologische, sondern zunehmend auch eine ökonomische Notwendigkeit.
Mit dem Kurswechsel sieht sich Porsche nun in einer schmerzhaften Rolle rückwärts. Konzernchef Oliver Blume muss die Balance halten zwischen den Erwartungen der Porsche-Kunden, die den klassischen Antrieb schätzen, und den Entwicklungen im Konzern, wo andere Marken wie Audi den Weg in Richtung Elektro klarer vorzeichnen.


