Portfolioschutz vor dem nächsten Börsencrash: Was Anleger jetzt tun sollten
BofA-Stratege Michael Hartnett warnt: Der aktuelle Bullenmarkt könnte seine Endphase erreicht haben – Anleger sollten jetzt handeln.

Der aktuelle Bullenmarkt, der Ende 2022 begann, hat bislang jedes Hindernis überwunden. Doch Wall-Street-Veteranen schlagen zunehmend Alarm. Michael Hartnett, Chefstratege bei BofA Global Research, gehört zu jenen Experten, die glauben, dass der Aktienmarkt die Endphase des aktuellen Marktzyklus erreicht hat.
Seit Beginn des zweiten Quartals haben Skeptiker eine Reihe von Warnsignalen identifiziert, die für wachsendes Unbehagen an den Märkten sorgen. Der Bullenmarkt mag nicht heute oder morgen enden – doch irgendwann wird er es tun. Diese schlichte, aber wichtige Erkenntnis sollte Anleger zum Nachdenken bringen.
Harnetts Warnung: Demut statt Hybris
Hartnett bringt seine Einschätzung auf eine prägnante Formel: Anleger müssten „long Demut und short Hybris" sein, wenn die Musik verstummt. Damit meint er, dass übermäßiges Vertrauen in anhaltende Kursgewinne gefährlich werden kann – besonders in einer späten Marktphase, in der die Risiken oft unterschätzt werden.
Diese Warnung ist für deutsche Privatanleger besonders relevant. Wer in den vergangenen Jahren von den starken Kursgewinnen profitiert hat, könnte versucht sein, das Risiko im Portfolio weiter zu erhöhen. Genau das wäre laut Hartnett der falsche Ansatz.
Was bedeutet das für Anleger konkret?
Der Begriff „Marktzyklus" beschreibt die wiederkehrenden Phasen von Aufschwung, Hochphase, Abschwung und Erholung an den Börsen. Befindet sich ein Markt in der Endphase eines Zyklus, steigen typischerweise die Bewertungen auf hohe Niveaus, während die Risikobereitschaft der Anleger ihren Höhepunkt erreicht. Historisch gesehen folgt auf solche Phasen häufig eine deutliche Korrektur.
Für Privatanleger bedeutet das: Jetzt ist der Zeitpunkt, das eigene Portfolio kritisch zu hinterfragen. Sind die eingegangenen Risiken noch angemessen? Ist die Diversifikation ausreichend? Solche Fragen sollten nicht erst dann gestellt werden, wenn die Kurse bereits fallen.
Die Warnsignale, die seit dem zweiten Quartal von Marktbeobachtern identifiziert wurden, unterstreichen, dass die Euphorie an den Märkten nicht unbegrenzt anhalten kann. Ein Bullenmarkt, der jedes Hindernis überwindet, erzeugt oft ein trügerisches Sicherheitsgefühl – genau das, wovor Hartnett mit seiner Formel warnt.
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Zur AktienanalyseEinordnung für den deutschen Markt
Auch deutsche Anleger, die etwa über ETFs oder Aktienfonds in internationale Märkte investiert sind, wären von einem globalen Börsenrückgang betroffen. Die enge Verflechtung der Weltbörsen sorgt dafür, dass ein Abschwung an der Wall Street schnell auf europäische und deutsche Indizes übergreift.
Hartnetts Botschaft ist keine Aufforderung zur Panik, sondern ein Plädoyer für Besonnenheit. Wer sein Portfolio jetzt mit kühlem Kopf überprüft und gegebenenfalls defensiver ausrichtet, ist besser gewappnet – egal ob der nächste Rücksetzer morgen kommt oder erst in einigen Monaten.


