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Preos' Schicksal am seidenen Faden

Die Abstimmung der Gläubiger und die undurchsichtigen Interessen hinter den Kulissen

Preos' Schicksal am seidenen Faden

Die Zukunft des Büroimmobilien-Investors Preos hängt am seidenen Faden, und die Gläubiger stehen vor einer schwerwiegenden Entscheidung. Wenige Tage vor der entscheidenden Abstimmung über die Zukunft des Unternehmens schlug Vorstand Stephan Noetzel Alarm. Wirtschaftsprüfer von Deloitte haben festgestellt, dass Preos aus Frankfurt "nicht über genügend Liquidität" verfügt, um die Zinsen seiner 2024 fälligen Anleihe zu zahlen. Auch die Rückzahlung der geliehenen 250 Millionen Euro steht auf wackligen Beinen.

Eine Restrukturierung der Anleihe ist daher "zwingend erforderlich, um eine andernfalls drohende Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft zu vermeiden". Sollten die Gläubiger die vorgeschlagenen Maßnahmen ablehnen, könnte Preos möglicherweise gezwungen sein, einen Insolvenzantrag zu stellen.

Die vorgeschlagenen Pläne von Preos sehen vor, dass die Anleger auf zwei Zinszahlungen verzichten und der Firma erlauben, die Anleihen in Aktien umzuwandeln. Preos argumentiert, dass dies die Chancen auf die Suche nach neuen Geldgebern erhöhen könnte. Allerdings würden die aktuellen Investoren dabei erhebliche Zugeständnisse machen, da im Falle einer Insolvenz zuerst die Anleihegläubiger bedient werden, bevor Aktionäre etwas erhalten. Dies stößt auf heftigen Widerstand bei einigen Gläubigern und Experten.

Die Gläubiger werden in den kommenden Tagen über die Pläne abstimmen, wobei der Wandlungspreis für die Aktien auf 4,50 Euro je Aktie festgesetzt wurde, was mehr als das Zehnfache des aktuellen Kurses ist. Eine Kapitalherabsetzung auf Aktionärsebene ist nicht geplant, so dass die aktuellen Aktionäre nach der Restrukturierung weiterhin die Mehrheit der Aktien und somit die Kontrolle über Preos behalten würden.

Für den umstrittenen Investor Thomas Olek, der Preos kontrolliert, ist dies von großer Bedeutung, da Preos Teil eines Netzwerks ist, das er aus seiner Frankfurter Villa Lunkewitz heraus leitet. Eine Insolvenz könnte erhebliche Auswirkungen auf sein Vermögen haben.

Die Gutachter von Deloitte haben eine Quote für ein potenzielles Insolvenzscenario errechnet, und die Gläubiger könnten zwischen 0,74 und 2,47 Prozent ihres Investments erwarten, wenn es zu einer Insolvenz käme.

Selbst wenn die Gläubiger den vorgeschlagenen Maßnahmen zustimmen, gibt es keine Garantie für das Überleben von Preos. Das Unternehmen weist in einem Risikohinweis darauf hin, dass auch nach einer erfolgreichen Restrukturierung immer noch die Möglichkeit einer zukünftigen Insolvenz besteht.

Die Rettung von Preos hängt nun davon ab, ob eine Tochterfirma bis Ende 2024 Immobilien verkaufen kann. Noetzel hofft auf Erlöse in Höhe von 300 Millionen Euro. Sollte der Verkauf scheitern oder der Preis niedriger ausfallen, könnte es trotz Restrukturierung zu einer Insolvenz kommen.

Die skeptischen Einschätzungen der Deloitte-Gutachter und die Zweifel einiger Investoren werfen Schatten auf diese Hoffnungen. Die Firmen des Olek-Imperiums haben in der Vergangenheit oft Deals mit strategischen Investoren angekündigt, die letztendlich nie zustande kamen.

Die bevorstehende Abstimmung am kommenden Wochenende wird somit zu einem entscheidenden Showdown. Die Gegner der Restrukturierungspläne benötigen lediglich 25 Prozent der abgegebenen Stimmen, um sie zu blockieren. Bisher vertreten sie ein Anleihevolumen von etwa 40.000 Stück. Einflussreiche Unterstützung erhalten die Pläne jedoch von der Vilus Immo Germany aus Berlin, die angekündigt hat, die Pläne "inhaltlich zu unterstützen".

Hinter Vilus steht Bernd Ehret, ein langjähriger Weggefährte von Olek. Ehret war einst Vorstand der Gore AG, die heute Preos gehört. Diese Nähe zu Olek wirft Fragen auf, und einige Gläubiger befürchten, dass Ehret als Strohmann Oleks Interessen durchsetzen könnte.

Die Ausgestaltung des Deals zwischen Ehret und Preos wirft ebenfalls Fragen auf, und die genauen Details sind nicht öffentlich bekannt. Einige Gläubiger zweifeln an der Werthaltigkeit des Geschäfts, insbesondere angesichts des aktuellen wertlosen Zustands der 110.000 Anleihen von Vilus.

Trotz all dieser Unsicherheiten und Spannungen bleibt die Abstimmung am kommenden Wochenende von entscheidender Bedeutung für die Zukunft von Preos und seine Gläubiger, die sich mit einer schweren Entscheidung konfrontiert sehen.

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