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Privatanleger tauschen KI-Aktien gegen SpaceX-Börsengang

Kleinanleger stoßen KI-Favoriten wie Micron, AMD und Marvell ab – und halten Liquidität für das SpaceX-Debüt bereit.

Privatanleger tauschen KI-Aktien gegen SpaceX-Börsengang

Privatanleger ziehen sich aus Aktien der künstlichen Intelligenz zurück – und das kurz vor dem erwarteten Börsendebüt von SpaceX. Laut dem Analysehaus VandaTrack haben Kleinanleger in den vergangenen drei Tagen netto so wenige Einzelaktien gekauft wie seit März 2020 nicht mehr. Betroffen sind vor allem KI-Schwergewichte wie Micron, Advanced Micro Devices (AMD) und Marvell Technology.

„Wir sehen bereits Anzeichen dafür, dass Privatanleger im Vorfeld der IPO-Welle aus den jüngsten KI-Favoriten umschichten", schrieb Vanda in einer Mitteilung an seine Kunden. Das Analysehaus sieht darin eine klare Vorbereitung auf das für Freitag erwartete Börsendebüt von SpaceX – dem Raumfahrtunternehmen von Elon Musk.

SpaceX als neuer Anleger-Liebling

Das Interesse der Privatanleger an SpaceX ist enorm. Das geplante Börsenkürzel des Unternehmens, „SPCX", war laut Daten von Breakout Point zuletzt eines der am häufigsten erwähnten Themen im Reddit-Forum WallStreetBets – einer der einflussreichsten Plattformen der Kleinanleger-Community. SpaceX ist damit in kürzester Zeit zum meistdiskutierten Börsenkandidaten avanciert.

Doch SpaceX ist nicht der einzige Grund für die Umschichtung. Vanda zufolge halten Privatanleger auch Liquidität für die potenziellen künftigen Börsengänge von Anthropic und OpenAI vor. Beide KI-Unternehmen haben in diesem Monat vertraulich einen Börsengang beantragt – ein Schritt, der die Erwartungen an eine bevorstehende IPO-Welle weiter anheizt.

Zweifel am KI-Wachstum nehmen zu

Neben dem Reiz neuer Börsengänge spielen laut Vanda auch fundamentale Bedenken eine Rolle. Sorgen darüber, dass das Wachstum der KI-Ausgaben seinen Höhepunkt erreicht haben könnte, tragen demnach ebenfalls dazu bei, dass sich Privatanleger aus dem Sektor zurückziehen. Der jahrelange Boom bei KI-Halbleiteraktien könnte damit an eine Grenze stoßen.

Vanda bezeichnete die jüngste Auflösung von Positionen als eine der schärfsten der vergangenen 15 Jahre. Der firmeneigene Positionierungsindikator für US-Aktien habe das „überlaufene Terrain" verlassen. „Angesichts der Tatsache, wie überlaufen dieser Trade geworden war, bedurfte es nicht viel, um Gewinnmitnahmen auszulösen", schrieb das Vanda-Team.

Auch institutionelle Investoren zeigen Ermüdungserscheinungen

Privatanleger sind mit ihrer Skepsis nicht allein. Auch institutionelle Investoren zeigen laut Vanda Anzeichen von „Ermüdung" bei Long-Positionen im KI-Bereich – insbesondere bei Halbleiteraktien. Das deutet darauf hin, dass die Stimmungswende nicht nur ein Phänomen der Kleinanleger ist, sondern den gesamten Markt erfasst.

Die entscheidende Frage, die sich Vanda nun stellt: „Ob der bevorstehende IPO-Zyklus eine weitere Phase des Deleveraging auslöst." Sollten SpaceX, Anthropic und OpenAI tatsächlich an die Börse gehen, könnte der Kapitalabfluss aus etablierten Tech- und KI-Werten weiter zunehmen. Für deutsche Privatanleger, die in KI-Halbleiteraktien investiert sind, lohnt es sich, die Entwicklung rund um die US-IPO-Welle genau zu beobachten.

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