Privatanleger wenden sich von Magnificent Seven ab und setzen auf KI-Infrastruktur
Kleinanleger kaufen weniger Apple, Microsoft und Nvidia – und investieren stattdessen in Chiphersteller und Rechenzentrumsbetreiber.

Die jahrelange Liebesbeziehung der Privatanleger mit den größten Tech-Aktien der Welt kühlt sich ab. Kleinanleger kaufen laut Daten des Analysehauses Vanda Research zunehmend weniger Aktien der sogenannten „Magnificent Seven" – also Microsoft, Apple, Amazon, Meta, Nvidia, Alphabet und Tesla. Stattdessen strömt ihr Kapital in neuere KI-Investments wie Chip-Aktien und spezialisierte ETFs.
Dieser Wandel spiegelt einen breiteren Marktumschwung wider. Die Gruppe der sieben marktführenden Tech-Giganten hat das Rampenlicht zumindest vorübergehend an Chiphersteller, Speicherlieferanten sowie kleine und mittelgroße Aktien abgetreten, die mit dem KI-Ausbau in Verbindung stehen. Bis auf zwei Mitglieder der „Magnificent Seven" blieben alle in diesem Jahr hinter dem breiteren Markt zurück.
Magnificent Seven: Starke Divergenz innerhalb der Gruppe
Die Performance-Unterschiede innerhalb der einstigen Lieblingsgruppe der Anleger sind erheblich. Microsoft ist mit einem Minus von 19 Prozent seit Jahresbeginn das klare Schlusslicht der Gruppe. Apple hingegen führt mit einem Plus von 23 Prozent. Diese Spreizung zeigt, dass die „Magnificent Seven" längst keine homogene Erfolgsgeschichte mehr sind.
Kleinanleger reagieren auf diese Entwicklung und suchen gezielt nach Alternativen. Laut Vanda Research fließt frisches Kapital unter anderem in den südkoreanischen Chiphersteller SK Hynix sowie in den Roundhill Memory Exchange-Traded Fund – Produkte, die direkt von der wachsenden Nachfrage nach KI-Infrastruktur profitieren sollen.
Strategie: Auf die Infrastruktur des KI-Booms setzen
Ein Beispiel für diesen neuen Anlegertyp ist Alex Cardona, ein 50-jähriger Direktor eines Softwareunternehmens. Er vergleicht den KI-Boom mit einem Goldrausch – und möchte dabei abseits der üblichen Stellen graben. Cardona investierte einen Teil seines Portfolios in KI-Infrastrukturunternehmen wie den Rechenzentrumsbetreiber Equinix und den Halbleiterhersteller Marvell Technology.
Die Magnificent Seven spielen in seinem Portfolio nur eine untergeordnete Rolle. „Mit einem Pure Play kann ich auf Werte wie Marvell setzen – jene kleineren Unternehmen, von denen viele Leute vielleicht noch nie gehört haben", sagte Cardona. Marvell Technology ist der Top-Performer in seinem Portfolio und hat in diesem Jahr um mehr als 120 Prozent zugelegt.
Seine Investitionsphilosophie bringt er klar auf den Punkt: „Meine Hoffnung ist es, die Infrastruktur zu besitzen, auf der KI laufen muss." Damit steht er stellvertretend für eine wachsende Gruppe von Privatanlegern, die nicht auf die großen Plattformunternehmen selbst setzen, sondern auf die Zulieferer und Enabler des KI-Zeitalters.
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Zur AktienanalyseHintergrund: Warum KI-Infrastruktur an Bedeutung gewinnt
Der Trend hin zu KI-Infrastrukturwerten ist kein Zufall. Der massive Ausbau von Rechenzentren, die steigende Nachfrage nach Hochleistungschips und der Bedarf an Speicherlösungen treiben eine ganze Reihe von Unternehmen an, die bislang weniger im Rampenlicht standen. Für Privatanleger bieten diese Werte eine Möglichkeit, am KI-Wachstum teilzuhaben, ohne allein auf die bereits hoch bewerteten Tech-Giganten angewiesen zu sein.
Die Daten von Vanda Research zeigen, dass dieser Strategiewechsel kein Einzelphänomen ist, sondern einen messbaren Trend unter Kleinanlegern darstellt. Ob dieser Umschwung nachhaltig ist oder die Magnificent Seven bald wieder in die Gunst der Anleger zurückkehren, bleibt abzuwarten. Klar ist: Der KI-Boom verändert nicht nur die Technologiebranche, sondern auch das Anlageverhalten von Millionen Privatinvestoren.


