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Private-Credit-Fonds schreiben über zehn Prozent ihrer Kredite ab

Neue MSCI-Daten zeigen alarmierende Abschreibungen im 3,5-Billionen-Dollar-Markt für private Unternehmenskredite.

Private-Credit-Fonds schreiben über zehn Prozent ihrer Kredite ab

Private-Credit-Fonds haben mehr als ein Zehntel ihrer Kredite um mindestens 50 Prozent abgeschrieben. Das geht aus neuen Daten des Analyseunternehmens MSCI hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurden. Der betroffene Markt für private Unternehmenskredite hat ein Volumen von 3,5 Billionen US-Dollar und steht damit unter wachsendem Druck.

MSCI stuft eine Kreditbewertung von weniger als 50 Prozent als kritisch ein. Laut dem Bericht stellt dieses Niveau „typischerweise eine tiefe Krise oder das Risiko einer Restrukturierung" dar. Als Hauptursache für die Schwierigkeiten der Kreditnehmer nennt MSCI eine anhaltende Phase relativ hoher Zinssätze, die die Schuldenlast der Unternehmen erheblich erhöht hat.

Betroffen sind auch namhafte Akteure der Branche. In den vergangenen Tagen haben große Private-Debt-Anbieter wie Carlyle, Blackstone und BlackRock den Wert ihrer Kreditfonds nach unten korrigiert. Parallel dazu warnen Regulierungsbehörden vor systemischen Risiken, die aus der Kreditvergabe von Großbanken an diese Vermögensverwalter entstehen könnten.

Kleinere Fonds besonders stark betroffen

Besonders deutlich zeigt sich die Krise bei kleineren Private-Debt-Fonds. Bei diesen werden laut MSCI 13 Prozent der Kredite mit weniger als 50 Cent pro US-Dollar bewertet – ein Wert, der auf erhebliche Ausfallrisiken hindeutet. Die Kreditabschreibungen haben damit den höchsten Stand seit der Zeit nach der COVID-19-Pandemie erreicht.

Die Renditen im Segment sind ebenfalls stark unter Druck geraten. Im vierten Quartal 2025 brachen die Renditen von Private-Debt-Fonds auf lediglich 1,8 Prozent ein – verglichen mit 3,7 Prozent noch sechs Monate zuvor. MSCI berechnet diese Kennzahl auf Basis einer Methode, die die Anlageperformance von den Kapitalflüssen zwischen Fonds und Anlegern trennt.

Verzögerte Berichterstattung erschwert Transparenz

Ein strukturelles Problem des Marktes verschärft die Lage zusätzlich: Private-Debt-Fonds melden ihre Performance oft mit erheblicher Verzögerung. Die von MSCI verwendeten Abschreibungsdaten stammen aus dem dritten Quartal 2025 – das sind die aktuellsten verfügbaren Zahlen. Diese mangelnde Aktualität hat laut MSCI dazu beigetragen, dass Anleger Kapital aus börsengehandelten Kreditvehikeln, sogenannten Business Development Corporations (BDCs), abziehen.

BDCs sind an Börsen gehandelte Investmentvehikel, die Kapital in private Unternehmenskredite investieren und für Privatanleger eine der wenigen Möglichkeiten darstellen, an diesem Markt teilzuhaben. Der Kapitalabzug aus diesen Vehikeln signalisiert wachsendes Misstrauen gegenüber der Anlageklasse insgesamt.

Anleger zweifeln an Datenverlässlichkeit

Besonders besorgniserregend ist ein weiteres Ergebnis der MSCI-Umfrage, die den Bericht begleitete: Ein Drittel der befragten Anleger gab an, keinen Zugang zu Privatmarktdaten zu haben, denen sie voll vertrauen. Dies unterstreicht die strukturelle Intransparenz eines Marktes, der in den vergangenen Jahren rasant gewachsen ist und zunehmend auch institutionelle und private Investoren aus Deutschland anzieht.

Der Private-Credit-Markt gilt seit Jahren als attraktive Alternative zu klassischen Anleihen, da er höhere Renditen bei gleichzeitig geringerer Volatilität versprach. Die aktuellen MSCI-Daten zeigen jedoch, dass das Risikoprofil dieser Anlageklasse in einem Umfeld anhaltend hoher Zinsen deutlich ungünstiger ausfallen kann als erwartet.

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