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Private-Credit-Fonds unter Druck: Wer traut seinen eigenen Bewertungen?

Aktienrückkäufe werden zum entscheidenden Test, ob börsennotierte BDCs ihre eigenen NAV-Bewertungen wirklich für glaubwürdig halten.

Private-Credit-Fonds unter Druck: Wer traut seinen eigenen Bewertungen?

Die Welt der Privatkredite steht seit Monaten unter erheblichem Druck. Börsennotierte Private-Credit-Fonds, sogenannte Business Development Companies (BDCs), behaupten vielfach, dass ihre Vermögenswerte mehr wert sind, als der Markt aktuell zu zahlen bereit ist. Doch wenn das Management wirklich an die eigenen Bewertungen glaubt, stellt sich eine entscheidende Frage: Warum kaufen diese Fonds dann nicht aggressiv eigene Aktien zurück?

Mit den anstehenden Berichten für das erste Quartal rückt genau diese Frage in den Mittelpunkt. Für Anleger und Marktbeobachter werden Aktienrückkäufe zur zentralen Kennzahl, um die Überzeugung des Managements von den eigenen Bewertungen zu messen. Ein Fonds, der mit einem deutlichen Abschlag auf seinen offiziellen Nettoinventarwert (NAV) gehandelt wird, aber keine Aktien zurückkauft, sendet damit ein klares Signal an den Markt.

Kredite an Software-Unternehmen als Risikofaktor

Private-Credit-Fonds vergeben Darlehen größtenteils an mittelständische Unternehmen. Viele dieser Fonds haben dabei in erheblichem Maße Kredite an Softwarehersteller vergeben – ein Segment, das derzeit vor einer potenziellen Disruption durch neue Werkzeuge der künstlichen Intelligenz steht. Diese Konzentration auf einen möglicherweise gefährdeten Sektor verstärkt die Zweifel an der Verlässlichkeit der offiziellen Bewertungen.

Besonders im Fokus stehen zuletzt nicht börsennotierte BDCs. Viele dieser Fonds wurden mit Rücknahmeanträgen von Anlegern überschwemmt, die ihre Anteile zu Geld machen wollen. Der Grund: Viele Investoren vermuten, dass die offiziellen NAV-Angaben dieser Fonds aufgebläht sind und die tatsächlichen Marktwerte der gehaltenen Kredite nicht korrekt widerspiegeln.

Gating und Rücknahmebeschränkungen als Warnsignal

Infolge des Ansturms auf Rücknahmen waren viele nicht börsennotierte Fonds gezwungen, sogenanntes „Gating" einzuführen. Dabei berufen sie sich auf langjährige Beschränkungen, die die vierteljährlichen Rücknahmen auf maximal 5 Prozent der ausstehenden Aktien deckeln. Für Anleger, die schnell an ihr Kapital gelangen wollen, ist dies ein erhebliches Problem.

Börsennotierte BDCs sind hingegen anders strukturiert. Ähnlich wie geschlossene Investmentfonds bieten sie Anlegern die Möglichkeit, Aktien jederzeit an der Börse zu kaufen und zu verkaufen. Zudem sind sie verpflichtet, ihre Vermögenswerte jedes Quartal zum sogenannten Fair Value – dem beizulegenden Zeitwert – zu bewerten. Diese Transparenzpflicht macht sie für Anleger grundsätzlich besser kontrollierbar.

Blue Owl und Blackstone kündigen Rückkäufe an

Wenn eine börsennotierte BDC mit einem deutlichen Abschlag auf ihren offiziellen NAV gehandelt wird, ist der direkteste Weg zur Vertrauensbildung der Rückkauf eigener Aktien am freien Markt. Einige Fonds haben bereits entsprechende Signale gesendet: Börsennotierte Private-Credit-Fonds, die von Blue Owl und Blackstone verwaltet werden, haben kürzlich neue Rückkaufermächtigungen angekündigt.

Für deutsche Privatanleger, die in solche Fonds investiert sind oder dies erwägen, ist die Botschaft klar: Die kommenden Quartalsberichte und die darin enthaltenen oder ausbleibenden Rückkaufaktivitäten werden zeigen, welche Fondsmanager wirklich hinter ihren eigenen Zahlen stehen. Wer Aktien zurückkauft, wenn sie unter NAV notieren, setzt sein eigenes Kapital ein – und das ist das glaubwürdigste Signal, das ein Management senden kann.

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