Prognosemärkte in den USA: IRS lässt Steuerfragen offen
Die US-Steuerbehörde IRS hat bislang keine Richtlinien zur Besteuerung von Gewinnen aus Prognosemärkten veröffentlicht.

Die US-Steuerbehörde Internal Revenue Service (IRS) hat bisher keine klaren Leitlinien dazu veröffentlicht, wie Gewinne und Verluste aus Prognosemärkten steuerlich zu behandeln sind. Für Händler und Anleger, die auf solchen Plattformen aktiv sind, bedeutet das erhebliche Rechtsunsicherheit. Steuerexperten warnen, dass ohne offizielle Vorgaben des IRS eine eindeutige Einordnung der Einkünfte kaum möglich ist.
Prognosemärkte ermöglichen es Nutzern, auf den Ausgang zukünftiger Ereignisse zu wetten – etwa darauf, welches Team ein Sportfinale gewinnt oder wie eine Wahl ausgeht. Die Kontrakte funktionieren ähnlich wie Finanzderivate: Händler kaufen und verkaufen Positionen, deren Wert vom Eintreten eines bestimmten Ereignisses abhängt. Gerade in den USA gewinnen solche Plattformen zunehmend an Popularität.
Drei mögliche Kategorien für die Besteuerung
Laut Steuerexperten gibt es derzeit mehrere denkbare Wege, wie der IRS Einkünfte aus Prognosemärkten einordnen könnte. Jede Kategorie hätte dabei unterschiedliche steuerliche Konsequenzen für die Betroffenen:
Glücksspieleinkünfte:
Gewinne würden ähnlich wie Kasino- oder Sportwettengewinne behandelt und als ordentliches Einkommen versteuert.
Kapitalerträge:
Die Gewinne könnten als Veräußerungsgewinne gelten, was je nach Haltedauer unterschiedliche Steuersätze nach sich zöge.
Section-1256-Kontrakte:
Diese Sonderregelung im US-Steuerrecht gilt für bestimmte Finanzkontrakte und sieht eine gemischte Besteuerung von 60 Prozent langfristigen und 40 Prozent kurzfristigen Kapitalerträgen vor.
Die Einordnung unter Section 1256 wäre für viele Händler besonders vorteilhaft, da diese Regelung in der Regel zu einer niedrigeren Gesamtsteuerbelastung führt. Ob Prognosemarkt-Kontrakte jedoch tatsächlich darunter fallen, ist ohne IRS-Richtlinien unklar.
Wachsende Popularität erhöht den Handlungsdruck
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Zur AktienanalyseWährend Prognosemärkte in den USA immer mehr Nutzer anziehen, wächst auch der Druck auf die Steuerbehörde, endlich Klarheit zu schaffen. Händler stehen vor der zentralen Frage, wie sie ihre Einkünfte in der Steuererklärung korrekt angeben sollen. Ohne verbindliche Vorgaben des IRS müssen sie sich auf die Einschätzung von Steuerberatern verlassen – mit dem Risiko, im Nachhinein anders bewertet zu werden.
Für deutsche Anleger, die über US-amerikanische Plattformen an Prognosemärkten teilnehmen, ist die Situation ebenfalls relevant. Einkünfte aus ausländischen Quellen müssen in Deutschland grundsätzlich versteuert werden, wobei die steuerliche Einordnung im Ursprungsland die Abwicklung beeinflussen kann. Auch hierzulande gibt es bislang keine spezifischen Regelungen für diese neuartige Anlageform.
Die fehlenden IRS-Leitlinien verdeutlichen, wie schnell neue Finanzprodukte und Handelsformen den regulatorischen Rahmen überholen können. Bis die US-Steuerbehörde offizielle Richtlinien vorlegt, bewegen sich Händler auf Prognosemärkten in einer steuerlichen Grauzone.


