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Psilocybin-Studie: Einzeldosis lindert Depressionen schnell und dauerhaft

Eine schwedische Phase-2-Studie zeigt: Schon eine einzige Psilocybin-Dosis verbessert Depressionssymptome rasch und über Monate hinweg.

Psilocybin-Studie: Einzeldosis lindert Depressionen schnell und dauerhaft

Eine einzige Dosis Psilocybin kann Depressionssymptome innerhalb weniger Tage deutlich verbessern – und dieser Effekt hält über mehrere Monate an. Das zeigt eine neue klinische Studie aus Schweden, die von der American Medical Association veröffentlicht wurde. Für Millionen von Betroffenen weltweit könnte dies ein bedeutsamer Schritt in der Behandlung von Depressionen sein.

Die Untersuchung wurde vom renommierten Karolinska-Institut und der Brain Stimulation Clinic in Stockholm durchgeführt. Es handelt sich dabei um eine randomisierte klinische Phase-2-Studie – die erste ihrer Art in Schweden. Solche Studien gelten als wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur klinischen Zulassung eines neuen Wirkstoffs.

Studiendesign und Teilnehmer

An der Studie nahmen 35 Probanden mit mittelschwerer bis schwerer Depression teil. Die Teilnehmer erhielten entweder eine Dosis von 25 Milligramm Psilocybin oder ein Vergleichspräparat. Die Behandlung wurde dabei mit begleitenden Therapiesitzungen kombiniert, was dem aktuellen Forschungsansatz in der psychedelisch-assistierten Therapie entspricht.

Die Ergebnisse beschreiben die Forscher als „rasch" und „lang anhaltend". Die Verbesserungen der Depressionssymptome zeigten sich bereits innerhalb weniger Tage nach der Einnahme und blieben über einen Zeitraum von mehreren Monaten bestehen. Dies ist besonders bemerkenswert, da herkömmliche Antidepressiva oft Wochen benötigen, bis sie ihre volle Wirkung entfalten.

Psilocybin im Fokus der Forschung

Psilocybin ist der psychoaktive Wirkstoff, der natürlich in bestimmten Pilzarten vorkommt. In den vergangenen Jahren hat die wissenschaftliche Gemeinschaft das Interesse an psychedelischen Substanzen als potenzielle Therapieoption für psychische Erkrankungen deutlich intensiviert. Neben Psilocybin werden auch andere Substanzen wie Ketamin oder MDMA in klinischen Studien untersucht.

Für deutsche Patienten und Anleger ist diese Entwicklung aus mehreren Gründen relevant. In Deutschland leiden laut Schätzungen rund vier Millionen Menschen an behandlungsbedürftigen Depressionen. Gleichzeitig sprechen viele Betroffene nicht ausreichend auf bestehende Therapien an – der sogenannte therapieresistente Verlauf stellt die Medizin vor große Herausforderungen.

Die Veröffentlichung durch die American Medical Association verleiht der Studie besonderes Gewicht, da das Fachjournal zu den angesehensten medizinischen Publikationen weltweit zählt. Weitere klinische Studien – insbesondere Phase-3-Studien mit größeren Teilnehmerzahlen – werden notwendig sein, bevor Psilocybin als reguläres Medikament zugelassen werden kann. Die schwedischen Ergebnisse liefern jedoch eine wichtige Grundlage für diesen weiteren Forschungsweg.

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