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Putin sieht Ukraine-Krieg vor dem Ende – Schröder als Vermittler

Russlands Präsident äußert sich optimistisch zum Kriegsende und nennt Ex-Kanzler Schröder als bevorzugten Gesprächspartner für Europa.

Putin sieht Ukraine-Krieg vor dem Ende – Schröder als Vermittler

Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Samstag erklärt, er sehe den Ukraine-Krieg vor seinem Abschluss. „Ich denke, dass die Angelegenheit ihrem Ende entgegengeht", sagte Putin vor Journalisten in Moskau. Die Aussage fiel nur wenige Stunden nach der russischen Parade zum Tag des Sieges am 9. Mai, bei der Putin erneut den Sieg in der Ukraine beschworen hatte.

Der Ukraine-Krieg gilt als der tödlichste Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Russische Truppen kämpfen seit weit über vier Jahren in der Ukraine – länger als die sowjetischen Streitkräfte im Großen Vaterländischen Krieg von 1941 bis 1945. Der Krieg hat Hunderttausende Menschen das Leben gekostet, weite Teile der Ukraine in Trümmern hinterlassen und Russlands Wirtschaft erheblich belastet.

Schröder als Putins Wunschpartner für Europa

Auf die Frage, ob er bereit sei, Gespräche mit europäischen Vertretern zu führen, nannte Putin den ehemaligen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder als seine bevorzugte Gesprächsperson. „Für mich persönlich ist der ehemalige Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Herr Schröder, vorzuziehen", sagte Putin. Zudem erklärte er sich grundsätzlich bereit, über neue Sicherheitsvereinbarungen für Europa zu verhandeln.

EU-Ratspräsident Antonio Costa hatte zuletzt erklärt, er sehe „Potenzial" für die EU, mit Russland über die künftige Sicherheitsarchitektur Europas zu verhandeln. Europäische Staats- und Regierungschefs hingegen betonen, Russland müsse in der Ukraine besiegt werden, und bezeichnen Putin als Kriegsverbrecher. Russland weist solche Darstellungen zurück.

Putin machte für den Ausbruch des Krieges „globalistische" westliche Führer verantwortlich. Er behauptete, diese hätten nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 versprochen, die NATO werde sich nicht nach Osten ausdehnen, hätten dann aber versucht, die Ukraine in den Einflussbereich der Europäischen Union zu ziehen. Russlands Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 löste die schwerste Krise in den Beziehungen zwischen Russland und dem Westen seit der Kubakrise von 1962 aus.

Dreitägige Waffenruhe und Gefangenenaustausch vereinbart

Nachdem sich Russland und die Ukraine gegenseitig beschuldigt hatten, gegen einseitige Waffenruhen verstoßen zu haben, kündigte US-Präsident Donald Trump eine dreitägige Waffenruhe von Samstag bis Montag an. Sowohl der Kreml als auch Kiew unterstützten diese Initiative. Beide Seiten vereinbarten zudem den Austausch von 1.000 Gefangenen.

Trump äußerte sich eindringlich zum Leid des Krieges: „Ich würde es gerne beendet sehen. Russland-Ukraine – es ist das Schlimmste seit dem Zweiten Weltkrieg, was Menschenleben betrifft. Fünfundzwanzigtausend junge Soldaten jeden Monat. Es ist Wahnsinn." Er fügte hinzu, er würde „gerne eine umfassende Verlängerung" der Waffenruhe sehen. Berichte über Verstöße gegen die Waffenruhe lagen zunächst weder aus Moskau noch aus Kiew vor.

Der Kreml teilte mit, dass die von der Trump-Regierung vermittelten Friedensgespräche vorerst pausieren würden. Auf eine mögliche Begegnung mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj angesprochen, erklärte Putin, ein Treffen sei erst möglich, wenn ein dauerhaftes Friedensabkommen vereinbart sei.

Reduzierte Parade und militärische Lage

Die diesjährige Parade zum Tag des Sieges in Moskau fiel deutlich kleiner aus als in den Vorjahren. Anstatt der üblichen Interkontinentalraketen, Panzer und Raketensysteme auf dem Roten Platz zeigte Russland auf riesigen Bildschirmen gegenüber den Kremlmauern lediglich ein Video seiner Militärausrüstung im Einsatz. Die jährliche Veranstaltung erinnert an die 27 Millionen sowjetischen Bürger, die im Zweiten Weltkrieg ums Leben kamen.

Militärisch hat Russland bislang knapp ein Fünftel des ukrainischen Territoriums unter Kontrolle. Den russischen Streitkräften ist es jedoch nicht gelungen, die gesamte Donbass-Region in der Ostukraine einzunehmen. Die ukrainischen Truppen wurden auf eine Linie von Festungsstädten zurückgedrängt, und die russischen Vorstöße haben sich im laufenden Jahr verlangsamt. Russlands Beziehungen zu Europa gelten als so schlecht wie nie zuvor seit dem Höhepunkt des Kalten Krieges.

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