Putins LNG-Projekt findet chinesische Abnehmer
Hohe Preisnachlässe beenden Vermarktungsstillstand von Arctic LNG 2

Russlands Flüssigerdgasproduzent Novatek hat seit August deutliche Preisnachlässe für Lieferungen aus dem Projekt Arctic LNG 2 gewährt, um chinesische Abnehmer für das sanktionierte Gas zu gewinnen. Nach Angaben von Branchenkreisen erfolgten Verkäufe mit Abschlägen von 30 bis 40 Prozent, was den kommerziellen Stillstand des Milliardenprojekts beendete. Die Anlage war im Dezember 2023 in Betrieb gegangen, konnte jedoch monatelang keine einzige Lieferung absetzen, da internationale Sanktionen den Zugang zu bestehenden Absatzmärkten blockierten.
Die ersten Verkäufe erfolgten erst im August dieses Jahres, als Novatek die Preise markant reduzierte. Die erste bekannte Lieferung wurde demnach zu einem Preisnachlass von drei bis vier Dollar gegenüber dem asiatischen Referenzpreis abgeschlossen. Insgesamt gingen seither 14 Lieferungen an chinesische Käufer, die weiterhin von deutlichen Abschlägen profitierten. Dadurch lagen die Erlöse pro Lieferung mit 28 bis 32 Millionen Dollar deutlich unter dem marktüblichen Wert von über 44 Millionen Dollar. Die Identitäten der beteiligten chinesischen Unternehmen wurden bislang nicht bekannt.
Trotz der Sanktionen gegen das Projekt hat Washington bislang keine Maßnahmen gegen chinesische Abnehmer oder beteiligte Unternehmen ergriffen. Während die US-Regierung den Druck auf Russland erhöht, stößt die Umsetzung der Sanktionen gegenüber China auf politische und handelspolitische Hindernisse. China lehnt die westlichen Sanktionen ab und genehmigte die LNG-Käufe offiziell. Die zuständigen Behörden betonen, dass es sich um reguläre wirtschaftliche Kooperation handele. Die Lieferungen werden über das Beihai LNG Terminal im Süden Chinas abgewickelt, das von der staatlichen PipeChina betrieben wird. Dieses Terminal erhielt zuvor Gas aus unterschiedlichen Quellen, wurde jedoch seit August ausschließlich für russische Lieferungen genutzt, da anderen Unternehmen der Zugang verweigert wurde.
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Zur AktienanalyseDie britische Regierung belegte das Terminal im Oktober mit Sanktionen. Gleichzeitig erschwert die enge Verflechtung zwischen den Energiebeziehungen Chinas und der USA weitere potenzielle Maßnahmen. Eine Sanktionierung von PipeChina würde auch US-LNG-Exporte blockieren, die im Zuge früherer Handelsabkommen eine wichtige Rolle spielten. China hat aufgrund von Zöllen im Rahmen des Handelskonflikts seit Februar kein US-LNG mehr importiert. Die bisherigen US-Sanktionen hatten zudem zur Folge, dass Russland keine Eisbrechertanker der Arc7-Klasse erwerben konnte, was den Transport der LNG-Ladungen erschwert. Ohne Käufer verblieben die LNG-Lieferungen bis August in Speichern oder auf See, was für Novatek hohe Zusatzkosten verursachte


