Qantas setzt auf Wissenschaft für 20-Stunden-Nonstop-Flüge
Licht, Schlaf und Ernährung: Qantas enthüllt die wissenschaftlichen Grundlagen hinter seinen geplanten Ultra-Langstreckenflügen nach New York.

Die australische Fluggesellschaft Qantas plant Nonstop-Flüge von Sydney nach New York und hat diese Woche detaillierte Einblicke in die Wissenschaft hinter den rund 20-stündigen Reisen gegeben. Ziel ist es, Passagiere davon zu überzeugen, für die Vermeidung eines Zwischenstopps einen Aufpreis zu zahlen. Das Projekt trägt den Namen „Project Sunrise" und läuft seit fast einem Jahrzehnt.
„Es ist eine große biologische Herausforderung, all diese Zeitzonen zu durchqueren – sieben bis neun für London und 14 bis 16 für New York", sagte Peter Cistulli, Professor für Schlafmedizin an der Universität Sydney. Er nahm an der wissenschaftlichen Forschung für das Projekt teil und betonte, wie komplex die Auswirkungen solcher Flüge auf den menschlichen Körper sind.
Schlaf, Licht und Ernährung als Schlüsselfaktoren
Qantas hat für die geplanten Flüge mit dem Airbus A350-1000ULR jedes Detail untersucht – von der Ernährung über die Ergonomie und Bewegung bis hin zur Beleuchtung. Licht gilt dabei als entscheidender Impulsgeber für die innere Uhr des Menschen. Durch die Optimierung der Mahlzeiten – etwa den Verzicht auf Essen direkt nach dem Start – und die Schaffung eines „schützenden Schlaffensters" mithilfe der Beleuchtung zeigten Passagiere bei Tests eine bessere Wachsamkeit als bei einem herkömmlichen Service, so Cistulli.
Eine maßgeschneiderte Stimmungsbeleuchtung soll in der Kabine Sonnenauf- oder -untergänge simulieren und sich dabei von vorne nach hinten bewegen. Es dauerte Wochen, um 14 Lichtszenarien zu programmieren, die von der australischen Landschaft inspiriert sind. Dieses Konzept soll den Jetlag der Passagiere spürbar reduzieren.
Kabinendesign als gesundheitliche Herausforderung
Kabinendesigner David Caon wurde gebeten, seine Aufgabe ebenso sehr als gesundheitliche und wissenschaftliche wie als ästhetische Herausforderung zu betrachten. „Wenn man einen Passagier im Grunde einen ganzen Tag lang an Bord hat, führt das zu einer Reihe völlig neuer Entscheidungen", sagte er. Caon spielte mit neuartigen Ideen, darunter Heimtrainer und Yogamatten – diese schafften es jedoch nicht in die Endauswahl.
Erhalten geblieben ist hingegen eine spezielle „Wellness-Zone", getaucht in diffuses, schimmerndes Licht. „Ich wollte das Gefühl vermitteln, am Swimmingpool zu liegen", sagte Caon vor Journalisten. Das Raumgefühl soll nicht nur das Wohlbefinden steigern, sondern auch ein Reiseerlebnis schaffen, mit dem andere Fluggesellschaften nicht so leicht mithalten können.
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Zur AktienanalyseGeschäftsmodell mit Aufpreispotenzial
Australische Langstrecken-Vielflieger nannten gegenüber Reuters als ihre wichtigsten Prioritäten bei der Entscheidung für Ultra-Langstreckenflüge den Sitzkomfort, die Bewegungsfreiheit und die Kosten. Qantas will mit dem neuen Angebot 20 Prozent mehr Umsatz generieren. Qantas-CEO Vanessa Hudson erklärte, der erwartete Aufpreis gegenüber Flügen mit Zwischenstopp basiere auf den Ergebnissen zwischen Perth und Europa.
Die meisten Analysten sehen die Performance der 17-stündigen Flüge zwischen Perth und London als gutes Omen für das Geschäftsmodell. Flüge in den speziell modifizierten Jets könnten bis zu 22 Stunden dauern. Die abgelegene Lage Australiens soll so in einen Wettbewerbsvorteil verwandelt werden – ein Reiseerlebnis, das die Konkurrenz kaum kopieren kann.


