Qantas verkauft Jetstar Japan: Fokus auf australisches Kerngeschäft
Australische Airline zieht sich aus internationalem Billigfluggeschäft zurück und konzentriert Ressourcen auf heimischen Markt.

Die australische Fluggesellschaft Qantas Airways verkauft ihren 33,32-Prozent-Anteil an der Billigfluglinie Jetstar Japan. Mit diesem Schritt zieht sich die Airline aus ihrem internationalen Low-Cost-Geschäft zurück, um sich stärker auf den heimischen Markt zu konzentrieren. Die Entscheidung folgt auf die Schließung von Jetstar Asia im Juli 2024.
Der Rückzug ist eine Reaktion auf anhaltende Herausforderungen im asiatischen Markt. Qantas kämpfte dort mit intensivem regionalem Wettbewerb sowie hohen Treibstoff- und Lieferantenkosten, was zu enttäuschenden Geschäftsergebnissen führte. Gleichzeitig steht die Airline vor einem langsameren Wachstum als ursprünglich erwartet.
Die freigewordenen Ressourcen sollen in das Kerngeschäft in Australien fließen – sowohl in die Hauptmarke Qantas als auch in Jetstar Airways. Dies geschieht zu einem kritischen Zeitpunkt: Das Unternehmen durchläuft derzeit das größte Flottenerneuerungsprogramm seiner Geschichte. Im November prognostizierte Qantas für die sechs Monate bis Dezember 2025 ein Wachstum des inländischen Stückumsatzes am unteren Ende der ursprünglichen Prognose von 3 bis 5 Prozent.
Verzögerungen bei A380-Flotte bremsen Kapazität
Besonders die verzögerte Wiederinbetriebnahme der A380-Großraumflugzeuge schränkte die verfügbare Kapazität ein. Diese operativen Herausforderungen unterstreichen die Notwendigkeit, sich auf das profitablere Heimatgeschäft zu konzentrieren.
Die genauen Verkaufsbedingungen stehen noch nicht fest. Japan Airlines und Tokyo Century Corp werden ihre Anteile von 50 Prozent beziehungsweise 16,7 Prozent an Jetstar Japan behalten. Neu hinzu kommt die Development Bank of Japan als Aktionär, wie die Unternehmen am Dienstag mitteilten.
Neuausrichtung unter japanischer Führung
Jetstar Japan wurde vor über einem Jahrzehnt von Qantas, Japan Airlines und Mitsubishi Corp. gegründet und nahm Ende 2012 vom Flughafen Narita bei Tokio aus den Betrieb auf. Unter der neuen, ausschließlich japanischen Eigentümerstruktur plant die Airline eine umfassende Neupositionierung mit Fokus auf internationale Strecken.
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Zur Aktienanalyse"Durch den Übergang zu dieser neuen Struktur werden wir flexibel auf Marktveränderungen reagieren und Synergien mit der JAL Group maximieren", erklärte Mitsuko Tottori, CEO der Japan Airlines Group. Das Ziel sei nachhaltiges Wachstum als wichtiger Low-Cost-Carrier am expandierenden Flughafen Narita.
An der Börse reagierten Anleger positiv auf die Nachricht. Die Qantas-Aktie schloss 0,3 Prozent höher bei 10,20 australischen Dollar, nachdem sie zwischenzeitlich bis zu 1,4 Prozent zugelegt hatte. Japan Airlines-Papiere notierten im Tokioter Nachmittagshandel rund 1 Prozent im Plus.


