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Qualcomm: Umsatz und Gewinn sinken wegen hoher Chipkosten

Steigende Speicherpreise belasten den Smartphonemarkt und treffen Qualcomm mit einem Umsatzrückgang von 4 Prozent im Quartalsvergleich.

Qualcomm: Umsatz und Gewinn sinken wegen hoher Chipkosten

Der US-amerikanische Chipdesigner Qualcomm hat für das bis Ende Juni laufende Quartal einen Umsatz von 9,9 Milliarden US-Dollar gemeldet – ein Rückgang von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit übertraf das Unternehmen zwar die Erwartungen der Wall Street, die mit 9,7 Milliarden Dollar gerechnet hatte, doch die schwachen Zahlen im Kerngeschäft sorgten für Ernüchterung. Der Nettogewinn brach um 25 Prozent auf 2 Milliarden US-Dollar ein.

Besonders hart traf es das Mobilfunkgeschäft: Der Umsatz mit Smartphone-Chips sank im Jahresvergleich um 20 Prozent auf 5 Milliarden US-Dollar. Hauptursache ist der Anstieg der Speicherchipkosten um 300 Prozent im laufenden Quartal, der vor allem Anbieter günstigerer Smartphones stark belastet. Laut der International Data Corporation gingen die weltweiten Smartphone-Auslieferungen im zweiten Quartal um 6,7 Prozent zurück – der zweite Rückgang in Folge. Wachsen konnten dabei nur Apple und Samsung.

CEO Cristiano Amon räumte das „herausfordernde Speicher- und Lieferumfeld" ein, das die Kosten in die Höhe treibt und die Nachfrage einschränkt. Qualcomm ist damit auch ein Opfer der massiven KI-Infrastrukturausgaben der großen Technologiekonzerne, die die Lieferkette für Elektronik belasten und Verbraucherpreise verteuern.

Ausblick und Diversifizierungsstrategie

Für das laufende Quartal erwartet Qualcomm einen Umsatz zwischen 9,7 und 10,5 Milliarden US-Dollar. Der Mittelwert dieser Prognose entspricht in etwa dem Analystenkonsens von 10 Milliarden Dollar. CEO Amon betonte zugleich die langfristige Wachstumsstrategie: Der Umsatz außerhalb des Smartphone-Bereichs – einschließlich Automobil- und Rechenzentrumsgeschäft – soll bis zum Geschäftsjahr 2029 auf 40 Milliarden US-Dollar ansteigen.

Ein wichtiger Treiber dieser Diversifizierung ist das KI-Rechenzentrumsgeschäft. Im Juni gab Qualcomm Meta als ersten großen Hyperscaler-Kunden für seine im vergangenen Jahr eingeführten KI-Rechenzentrumsprozessoren bekannt. Gleichzeitig steht das Unternehmen vor dem Auslaufen seines langfristigen Vertrags zur Belieferung von Apple mit Modems für das iPhone. Finanzvorstand Akash Palkhiwala erklärte, der Anteil der Modems für die iPhone-18-Familie im letzten Quartal 2026 werde „wesentlich niedriger als unsere frühere Schätzung von 20 Prozent" ausfallen.

Halbleitersektor unter Druck

Die Qualcomm-Aktie fiel nachbörslich um rund 4,5 Prozent – nach einem Einbruch von mehr als 17 Prozent im vergangenen Monat. Die schwachen Ergebnisse reihen sich in eine breitere Schwächephase des Halbleitersektors ein. Der Philadelphia Semiconductor Index, der die wichtigsten US-Chipunternehmen abbildet, verlor in dieser Woche mehr als 10 Prozent und liegt nun mehr als 25 Prozent unter seinem Rekordhoch vom Juni. Die Entwicklung spiegelt wachsende Sorgen über die Nachhaltigkeit des KI-Booms wider.

Auch der südkoreanische Speicherchiphersteller SK Hynix meldete am selben Tag enttäuschende Ergebnisse und verstärkte damit den Abwärtsdruck auf Chipaktien. Einen Lichtblick lieferte hingegen der britische Chipdesigner Arm, der von SoftBank unterstützt wird: Das Unternehmen erzielte im Quartal einen Umsatz von 1,3 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr, und prognostiziert für das laufende Quartal 1,4 Milliarden Dollar.

Arm-Chef Rene Haas berichtete von einer mehr als verdoppelten Lizenzgebühr aus dem Rechenzentrumsbereich und einer weiterhin die Erwartungen übertreffenden Nachfrage nach der neuen „AGI-CPU". Arm hob zudem seine Prognose für den Umsatz mit seinem neuen Hauptprozessor-Chip an, der im nächsten Jahr auf den Markt kommen soll – Meta und OpenAI gehören zu den ersten Kunden. Dennoch fielen auch die Arm-Aktien nachbörslich um rund 6 Prozent und setzten damit einen Rückgang von fast 35 Prozent im letzten Monat fort.

Sowohl Qualcomm als auch Arm versuchen, einen Anteil am boomenden Markt für KI-Prozessor-Chips zu gewinnen, der Nvidia innerhalb von rund drei Jahren von einem Unternehmen mit einem Wert von etwa 400 Milliarden US-Dollar zu einem Marktriesen mit einer Bewertung von 4,6 Billionen US-Dollar gemacht hat. Der Wettbewerb um diesen Markt dürfte die Strategien beider Unternehmen in den kommenden Jahren maßgeblich prägen.

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