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Quantencomputing: Bernstein analysiert Gewinner und Verlierer bis 2040

Analysten von Bernstein sehen keinen einzelnen Dominanten im Quantencomputing – der kommerzielle Durchbruch kommt erst um 2030.

Quantencomputing: Bernstein analysiert Gewinner und Verlierer bis 2040

Investing.com – Im Bereich des Quantencomputings wird es laut Analysten von Bernstein keinen einzelnen dominanten Gewinner geben. Stattdessen böten verschiedene Technologieansätze – darunter Supraleiter, Ionenfallen und neutrale Atome – jeweils spezifische Vorteile gegenüber der Konkurrenz. Das Brokerhaus, das den Sektor im Bereich US-IT-Hardware und europäische Halbleiter abdeckt, erwartet einen echten kommerziellen Nutzen erst um das Jahr 2030.

Zu diesem Zeitpunkt wird der sogenannte Quantenvorteil erwartet – jener entscheidende Punkt, an dem ein Quantensystem klassische Computer bei einer kommerziell relevanten Aufgabe erstmals übertrifft. Bis dahin bleibt der Sektor für Investoren ein langfristiges Wachstumsthema mit erheblichem Potenzial, aber auch entsprechenden Risiken.

Marktpotenzial: Bis zu 170 Milliarden Dollar jährlich

Bernstein beziffert den gesamten adressierbaren Markt (Total Addressable Market, TAM) für Quantencomputing auf Basis von Schätzungen der Boston Consulting Group (BCG) bis 2040 auf jährlich 90 bis 170 Milliarden US-Dollar. Abgezinst auf das Jahr 2026 mit einem Satz von 12 Prozent ergibt dies einen Barwert des TAM von rund 26,6 Milliarden Dollar.

Unter Verwendung eines Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) von 28 und einer angenommenen Nettomarge von 30 Prozent – angelehnt an Halbleiter-Vergleichswerte wie Nvidia, Broadcom und TSMC – berechnet Bernstein den implizierten Marktanteil auf Basis der aktuellen Bewertungen von sechs börsennotierten Pure-Play-Unternehmen. Zusammen machen diese sechs Unternehmen 24 Prozent der langfristigen Marktchance aus. Die verbleibenden 76 Prozent entfallen auf größere Konzerne wie IBM und Google sowie auf private Akteure wie Alice & Bob und Pasqal.

Die BCG schätzt den Umsatz der Anbieter vor 2030 auf jährlich 1 bis 2 Milliarden Dollar. Zwischen 2030 und 2040 soll dieser auf 15 bis 30 Milliarden Dollar steigen, um nach 2040 – bei Erreichen vollständiger Fehlertoleranz – die Marke von 90 bis 170 Milliarden Dollar zu erreichen.

Pure-Play-Unternehmen im Vergleich

Unter den börsennotierten Quantencomputing-Spezialisten sticht IonQ als größtes Unternehmen nach Marktkapitalisierung hervor. Mit einer Marktkapitalisierung von 21,19 Milliarden Dollar und einem für 2026 geschätzten Konsensumsatz von 260 Millionen Dollar weist IonQ einen implizierten Marktanteil von 11 Prozent auf.

Die weiteren Pure-Play-Unternehmen im Überblick:

D-Wave Quantum

: Marktkapitalisierung 8,75 Mrd. Dollar, geschätzter Umsatz 2026: 43 Mio. Dollar, implizierter Marktanteil: 5 %

Rigetti Computing

: Marktkapitalisierung 6,87 Mrd. Dollar, geschätzter Umsatz 2026: 24 Mio. Dollar, implizierter Marktanteil: 4 %

Xanadu

: Marktkapitalisierung 3,87 Mrd. Dollar, implizierter Marktanteil: 2 %

Infleqtion

: Marktkapitalisierung 3,18 Mrd. Dollar, implizierter Marktanteil: 2 %

Quantum Computing

: Marktkapitalisierung 2,25 Mrd. Dollar, implizierter Marktanteil: 1 %

IBM und Infineon als strategische Schlüsselspieler

Bernstein bewertet IBM mit „Market-Perform" und einem Kursziel von 280 Dollar. Das Unternehmen wird als primärer Treiber des hybriden Quanten-Klassik-Paradigmas durch seine „Quantum-Centric Supercomputing"-Architektur beschrieben. IBM setzt damit auf eine Brückenstrategie, die klassische und Quantenrechner miteinander verbindet – ein Ansatz, der besonders in der Übergangsphase vor 2030 relevant sein dürfte.

Für europäische Anleger besonders interessant ist die Einschätzung zu Infineon. Das deutsche Halbleiterunternehmen erhält von Bernstein ein „Outperform"-Rating mit einem Kursziel von 74 Euro. Infineon gilt als führende Foundry, die Quantenprozessoren auf Ionenfallen-Basis an IonQ und andere Akteure liefert – und positioniert sich damit als wichtiger Zulieferer im wachsenden Quantenökosystem.

Technologiewettbewerb noch offen

Im sogenannten „Modality Race" – dem Rennen um die beste Technologieform – sei es laut Bernstein noch „zu früh, um einen klaren Gewinner zu benennen". Als Gründe werden die begrenzte Offenlegung durch private Unternehmen sowie das hohe Innovationstempo angeführt. Photonische, topologische und Silizium-Spin-Ansätze befinden sich demnach noch in einem frühen Entwicklungsstadium.

Für Anleger bedeutet dies: Der Quantencomputing-Sektor bietet langfristig enormes Potenzial, bleibt aber bis mindestens 2030 ein spekulatives Investment. Die Diversifikation über verschiedene Technologieansätze und Unternehmensgrößen – von Pure-Play-Spezialisten bis hin zu etablierten Konzernen wie IBM und Infineon – könnte eine sinnvolle Strategie darstellen, um an der Entwicklung des Sektors teilzuhaben.

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