Quantencomputing: Tech-Giganten setzen auf unterschiedliche Strategien
Die großen Technologiekonzerne verfolgen beim Quantencomputing stark divergierende Ansätze. Experten sehen darin ein Zeichen für ungelöste technische Herausforderungen und unterschiedliche Auffassungen über die optimale Entwicklung der Zukunftstechnologie

Die Entwicklung des Quantencomputings nimmt bei den führenden Technologieunternehmen unterschiedliche Formen an. Laut einem von BMO Capital Markets organisierten Expertengespräch spiegeln die divergierenden Strategien sowohl ungelöste technische Herausforderungen als auch unterschiedliche Vorstellungen über Aufbau und Bereitstellung der Technologie wider.
Die Technologie befindet sich weiterhin in einem frühen Stadium. Der Fortschritt wird durch fundamentale Schwierigkeiten in den Bereichen Fehlerkorrektur, Fehlertoleranz und Skalierbarkeit gebremst. Eine breitere Akzeptanz hängt davon ab, ob diese technischen Grenzen überwunden werden können.
Fehlerkorrektur als zentrale Herausforderung
Die Fehlerkorrektur wurde als zentrales Hindernis identifiziert. Quantenzustände sind äußerst fragil und können durch geringfügige Umwelteinflüsse wie Wärme gestört werden. Ohne effektive Fehlerkorrektur akkumulieren sich Fehler rasch und verhindern, dass Quantenalgorithmen lange genug laufen, um aussagekräftige Resultate zu erzielen.
Die Branche steht noch am Anfang der Entwicklung stabiler, fehlerkorrigierter logischer Qubits, die für fehlertolerante Systeme notwendig sind. Einige Anbieter haben nur eine begrenzte Anzahl logischer Qubits demonstriert, während viele andere noch keine nachweisbaren Ergebnisse vorlegen konnten.
Drei konkurrierende Hardware-Ansätze
Die technischen Einschränkungen haben zu mehreren konkurrierenden Hardware-Ansätzen geführt. Supraleitende Qubits, die von IBM und Google genutzt werden, ermöglichen schnelle Operationen und skalierbare Fertigung. Allerdings erfordern sie extreme Kühlung und stoßen auf Netzwerkbeschränkungen.
Ionen- und atomare Qubits, eingesetzt von IonQ, bieten eine starke Qubit-Konnektivität. Sie arbeiten jedoch langsamer und sind physisch schwerer zu skalieren. Photonische Qubits kodieren Informationen in Lichtteilchen und passen naturgemäß zu Glasfasernetzwerken, stehen aber vor Herausforderungen beim Aufbau großer, fehlerkorrigierter Systeme.
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Zur AktienanalyseIonen-Systeme mit Vorsprung bei Fehlerkorrektur
Laut dem Experten haben Ionen- und atomare Systeme größere Fortschritte bei der Fehlerkorrektur erzielt als supraleitende Systeme. Es wurden bereits Dutzende logischer Qubits gemeldet. Eine dominante Modalität könnte innerhalb der nächsten fünf Jahre entstehen.
Der Experte wies jedoch auf die Unsicherheit hin, ob Unternehmen, die sich supraleitenden Systemen verschrieben haben, ihre Strategien ändern könnten. Dies würde relevant werden, falls Ionen- und atomare Ansätze an Bedeutung gewinnen. Die kommenden Jahre dürften entscheidend sein für die Ausrichtung der gesamten Branche.


