Quantum Systems steigt zum Drohnen-Unicorn auf
Neue Investoren, Militärverträge und eine Strategiepartnerschaft mit Hensoldt stärken das Wachstum

Der Drohnenhersteller Quantum Systems hat eine Finanzierungsrunde in Höhe von 160 Millionen Euro abgeschlossen. Damit steigt das Unternehmen in die Liga der sogenannten Unicorns auf und wird nun mit einer Summe von über einer Milliarde Euro bewertet. Das Münchner Start-up, das Drohnen für zivile und militärische Aufklärungszwecke herstellt, erhält Kapital von verschiedenen Investoren, darunter auch strategische Partner aus der Rüstungsindustrie. Zu den neuen Anteilseignern zählen Airbus Defence and Space sowie der Rüstungskonzern Hensoldt. Der größte Teil des Kapitals stammt vom Londoner Wagniskapitalgeber Balderton Capital. Bereits zuvor hatten sich Investoren wie Porsche, Peter Thiel und Project A an Quantum Systems beteiligt.
Das Unternehmen plant mit dem frischen Kapital vor allem den Ausbau seiner Produktionskapazitäten. Die Nachfrage nach den mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten Drohnen sei höher als die derzeitige Produktionsleistung, wie ein Unternehmenssprecher mitteilte. Im vergangenen Jahr hatte Quantum Systems bereits eine Reparaturwerkstatt in der Ukraine zu einem neuen Fertigungsstandort ausgebaut. Weitere Standorte befinden sich in Brisbane und Los Angeles. Darüber hinaus soll mit dem Geld die Expansion ins Ausland vorangetrieben werden. In dieser Woche gewann das Unternehmen eine Ausschreibung des spanischen Militärs über die Lieferung von 192 Aufklärungsdrohnen. Damit avanciert Quantum Systems zum Hauptlieferanten für Spanien.
Die Partnerschaft mit Hensoldt ist Teil einer umfassenderen Strategie. Hensoldt will künftig stärker mit Start-ups und Zulieferern kooperieren, um den steigenden Anforderungen der Verteidigungspolitik gerecht zu werden. Dabei geht es unter anderem um die externe Entwicklung von Komponenten sowie die Parallelfertigung ganzer Produkte. Die Zusammenarbeit mit Quantum Systems soll die langjährige Erfahrung von Hensoldt im Verteidigungsbereich mit dem technologischen Know-how und der Agilität des Start-ups verbinden. Im Fokus stehen zunächst Softwarelösungen zur effizienteren Herstellung land- und luftgestützter Plattformen.
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Zur AktienanalyseQuantum Systems wurde 2015 von Florian Seibel gegründet, einem ehemaligen Bundeswehrsoldaten. Das Unternehmen mit Sitz in Gilching beschäftigt derzeit rund 550 Mitarbeitende. Ursprünglich stellte es Überwachungsdrohnen für die Landwirtschaft her, erweiterte sein Portfolio aber seit Beginn des Ukraine-Kriegs auch auf militärische Anwendungen. Die Gründung eines zweiten Unternehmens namens Stark Defence durch Seibel und seinen Co-CEO Sven Kruck soll rein militärischen Zwecken dienen. Stark entwickelt unter anderem Kamikazedrohnen mit sogenannter „Loitering Ammunition“. Quantum Systems selbst konzentriert sich weiter auf Aufklärungsdrohnen wie das Modell Vector, das auch von der Bundeswehr an der ukrainischen Front eingesetzt wird. Zudem wurde kürzlich der Konkurrent AirRobot übernommen, dessen ältere Drohnentechnologie modernisiert werden soll.

