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RBA hält Zinsen bei 4,35% – weitere Anhebung möglich

Die australische Zentralbank pausiert nach drei Zinserhöhungen, warnt aber vor anhaltend hoher Inflation und erhöhtem Energiepreisdruck.

RBA hält Zinsen bei 4,35% – weitere Anhebung möglich

Die Reserve Bank of Australia (RBA) hat am Dienstag ihren Leitzins unverändert bei 4,35% belassen. Die Entscheidung entsprach den Markterwartungen und folgt auf drei Zinserhöhungen im laufenden Jahr. Die Notenbank nutzt die Pause, um die Auswirkungen der bereits erfolgten geldpolitischen Straffung auf Wirtschaft und Inflation zu bewerten.

Trotz erster Anzeichen einer Verlangsamung beim Wirtschaftswachstum und bei den Konsumausgaben betonte die RBA, dass die Inflation weiterhin zu hoch sei. Sowohl die Gesamtinflation als auch die unterliegende Inflation seien in der zweiten Jahreshälfte 2025 erheblich gestiegen und verharrten auf einem hohen Niveau. Die Zentralbank machte unter anderem höhere Treibstoffkosten infolge von Störungen des weltweiten Ölangebots für den anhaltenden Preisdruck verantwortlich.

Energiepreise bleiben zentrales Risiko

Die RBA wies darauf hin, dass die Energiekosten und damit verbundene Rohstoffe trotz jüngster Rückgänge bei den Ölpreisen weiterhin über dem Niveau von vor dem Nahost-Konflikt liegen. Dies übe anhaltenden Aufwärtsdruck auf die Preise aus. Besonders besorgniserregend sei, dass höhere Treibstoffkosten auf die Preise anderer Waren und Dienstleistungen durchschlagen könnten – was das Risiko erhöhe, dass die Inflation länger auf einem erhöhten Niveau verbleibe.

Analysten teilen diese Einschätzung. „Wir stimmen zu, dass das jüngste Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran kein Allheilmittel für die Inflationsaussichten ist, da das begrenzte Energieangebot den Spielraum für weitere Preisrückgänge einschränken wird", erklärte ein Analyst von Capital Economics. Das Institut erwartet, dass die RBA ihren Leitzins in diesem Zyklus letztlich auf einen Höchststand von 4,60% anheben wird.

Arbeitsmarkt robust, Dollar unter Druck

Auf der positiven Seite zeigte sich die RBA zufrieden mit der Widerstandsfähigkeit des Arbeitsmarktes. Obwohl die Arbeitslosenquote im April stärker als erwartet gestiegen sei, blieben die Bedingungen am Arbeitsmarkt insgesamt solide. Zudem wuchsen die Unternehmensinvestitionen weiterhin kräftig, was die wirtschaftliche Grundlage stützt.

Die Finanzierungsbedingungen hätten sich im laufenden Jahr deutlich gestrafft – bedingt durch höhere Geldmarktzinsen, steigende Anleiherenditen und einen aufwertenden Australischen Dollar, so die Notenbank. Der australische Dollar reagierte auf die Zinsentscheidung mit einem Rückgang: Das Währungspaar AUD/USD gab nach der Bekanntgabe um 0,3% nach.

Die RBA bekräftigte abschließend ihre Bereitschaft, die Zinsen bei Bedarf weiter anzuheben, um sicherzustellen, dass die Inflation in den angestrebten Zielbereich zurückkehrt. Für Anleger und Märkte bleibt die australische Geldpolitik damit ein wichtiger Beobachtungsposten – insbesondere angesichts der globalen Energiepreisentwicklung und deren Wechselwirkung mit der Inflationsdynamik im Pazifikraum.

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