Reederei-Aktien unter Druck: Maersk kündigt Stellenabbau an
Entspannung im Roten Meer lässt Frachtraten sinken – Maersk streicht 1.000 Jobs

Die Aktien großer Reedereien geraten unter Druck. Der dänische Branchenprimus Moeller-Maersk verlor am Mittwoch knapp fünf Prozent, die deutsche Hapag-Lloyd gab gut zwei Prozent nach. Grund ist die Normalisierung der Schifffahrtsrouten im Roten Meer, die paradoxerweise zum Problem für die Branche wird.
Monatelang mussten Containerschiffe wegen Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz einen kostspieligen Umweg um Afrika nehmen. Die längeren Routen und die Verknappung verfügbarer Schiffe ließen die Frachtraten in die Höhe schnellen – ein Segen für die Reedereien. Doch seit die Angriffe in der Straße von Bab el-Mandeb nachgelassen haben, kehrt Maersk zur direkten Route zurück. Ab Mitte Februar sollen wieder reguläre Fahrten durch das Rote Meer stattfinden.
Die Entspannung der Lage bringt die Gewinnmaschine ins Stocken. Maersk erwartet für 2026 ein Ebitda zwischen 4,5 und 7 Milliarden Dollar – im schlechtesten Fall weniger als die Hälfte des Vorjahreswerts. Bereits 2025 war der Nettogewinn von 6,1 auf 2,7 Milliarden Dollar eingebrochen, während der Umsatz um fünf Prozent auf 54 Milliarden Dollar schrumpfte.
Schwache Weltwirtschaft belastet zusätzlich
Verschärft wird die Situation durch die schwächelnde Weltwirtschaft und die volatile US-Handelspolitik. Eine Analyse der Lieferkettenberatung Project44 zeigt: Das globale Containervolumen sank von Januar bis November 2025 um 13 Prozent. Besonders dramatisch entwickelten sich die US-Importe aus China mit einem Rückgang von 27 Prozent.
Maersk spricht von "beispielloser Volatilität" im weltweiten Handel. Neben der Sperrung des Roten Meeres hätten Zollmaßnahmen und geopolitische Spannungen die Lieferketten massiv gestört. Um die sinkenden Frachtraten zu kompensieren, plant die Reederei nun den Abbau von 1.000 Verwaltungsstellen – konzernweit ein Prozent der Belegschaft. Die erhofften Einsparungen: 180 Millionen Dollar jährlich.
Parallel kündigte das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm über eine Milliarde Dollar an, um die Anleger bei Laune zu halten. An der Börse verfing diese Strategie jedoch nicht. Die Schwäche belastet auch Hapag-Lloyd, die seit dem 1. Februar 2025 in der Gemini Cooperation mit Maersk zusammenarbeitet. Die beiden Reedereien betreiben gemeinsam 58 Dienste auf den wichtigen Ost-West-Handelsrouten.
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Zur AktienanalyseEZB-Entscheid im Fokus
Am deutschen Aktienmarkt herrschte derweil Zurückhaltung vor dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank. Der DAX notierte bei 24.582 Punkten nahezu unverändert. Marktteilnehmer erwarten, dass der Einlagensatz angesichts des gesunkenen Preisauftriebs bei 2,0 Prozent verharrt. Auch die Bank of England dürfte ihre Zinsen nicht verändern.


