Regierung plant steuerfreie Aktivrente für Rentner
Bis zu 2000 Euro monatlicher Zuverdienst soll Arbeiten im Alter attraktiver machen

Beschäftigte im Rentenalter sollen künftig stärker zum Weiterarbeiten motiviert werden. Die Bundesregierung plant, mit der sogenannten Aktivrente einen steuerfreien Zuverdienst von bis zu 2000 Euro im Monat zu ermöglichen. Das Bundeskabinett will den Gesetzentwurf dazu heute beschließen. Nach dem Kabinettsbeschluss wird das Vorhaben das parlamentarische Verfahren durchlaufen. Ziel ist, dass die neue Regelung zum 1. Januar 2026 in Kraft tritt.
Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Rentner, die die gesetzliche Regelaltersgrenze erreicht haben und weiterhin arbeiten, ihren Arbeitslohn bis zu 2000 Euro im Monat steuerfrei erhalten können. Diese Steuerfreistellung gilt für Einnahmen aus nichtselbständiger Beschäftigung, sofern der Arbeitgeber dafür weiterhin Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung entrichtet. Damit soll ein zusätzlicher finanzieller Anreiz geschaffen werden, auch über das Renteneintrittsalter hinaus im Berufsleben zu bleiben.
Die Bundesregierung rechnet damit, dass rund 168.000 Menschen von der Aktivrente profitieren werden. Derzeit sind etwa 672.000 Personen ab 65 Jahren noch über geringfügige Beschäftigungen hinaus berufstätig. Nach den Berechnungen der Regierung könnte rund ein Viertel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ab 67 Jahren die Möglichkeit des steuerfreien Zuverdienstes nutzen oder sich dadurch zu einer Weiterarbeit entschließen.
Die finanziellen Auswirkungen der neuen Regelung belaufen sich laut Gesetzentwurf auf rund 890 Millionen Euro pro Jahr. Dabei entfallen auf den Bund und die Länder jeweils etwa 378 Millionen Euro an Steuermindereinnahmen, während die Gemeinden mit rund 134 Millionen Euro belastet werden. Trotz dieser Kosten erwartet die Regierung positive wirtschaftliche Effekte durch die Aktivrente.
Der Entwurf betont, dass das Modell dazu beitragen soll, das Erwerbspotential älterer Menschen besser auszuschöpfen. Angesichts des Fachkräftemangels in vielen Branchen könnten personelle Engpässe verringert und das Erfahrungswissen älterer Arbeitnehmer länger im Betrieb gehalten werden. Die Regierung sieht darin auch einen Beitrag zur Generationengerechtigkeit, da das Wissen und die Arbeitsleistung Älterer weiterhin in die Wirtschaft einfließen.
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Zur AktienanalyseDarüber hinaus verspricht sich die Bundesregierung von der Aktivrente eine Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Durch die verlängerte Erwerbsbeteiligung älterer Beschäftigter sollen Produktivität und Wohlstand langfristig gesichert werden. Die Regelung gilt als ein weiterer Baustein, um dem demografischen Wandel und seinen Folgen auf den Arbeitsmarkt entgegenzuwirken.


