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Reicht ein S&P-500-ETF allein für die Altersvorsorge?

Der S&P 500 ist ein starkes Kerninvestment – doch für eine solide Altersvorsorge brauchen Anleger mehr Diversifikation.

Reicht ein S&P-500-ETF allein für die Altersvorsorge?

Viele Anleger weltweit setzen bei ihrer Altersvorsorge ausschließlich auf den S&P 500 – und das aus gutem Grund. Der Index hat langfristig eine durchschnittliche jährliche Rendite von rund 10 % erzielt und gilt als eine der verlässlichsten Anlagemöglichkeiten überhaupt. Doch reicht ein einziger ETF auf den S&P 500 wirklich aus, um den Ruhestand zu finanzieren?

Die Antwort lautet: wahrscheinlich nicht. Obwohl der S&P 500 ein hervorragendes Kerninvestment darstellt, lässt eine ausschließliche Investition in diesen Index eine ganze Reihe wichtiger Anlageklassen unberücksichtigt. Das kann langfristig sowohl Renditechancen kosten als auch das Portfoliorisiko unnötig erhöhen.

Warum der S&P 500 so beliebt ist

Der Vanguard S&P 500 ETF (VOO) und der iShares Core S&P 500 ETF (IVV) sind die beiden größten ETFs der Welt – gemeinsam verwalten sie ein Vermögen von mehr als 1,6 Billionen US-Dollar. Das zeigt, wie tief das Vertrauen der Anleger in diesen Index verwurzelt ist. Er enthält viele der stärksten Unternehmen der US-Wirtschaft: Apple, Microsoft, Amazon, Walmart, JPMorgan Chase, ExxonMobil, Johnson & Johnson und Visa erwirtschaften Cashflows in Milliardenhöhe und bestehen seit Jahrzehnten.

Besonders in den vergangenen 10 bis 15 Jahren hat der S&P 500 dank seiner starken Konzentration auf die sogenannten „Magnificent Seven" – die größten Technologiewerte – die meisten anderen Sektoren, Stile und Themen deutlich übertroffen. Diese Performance verleitet viele Anleger dazu, den Index als ihr gesamtes Portfolio zu betrachten.

Die Schwächen eines reinen S&P-500-Portfolios

Trotz seiner Stärken hat der S&P 500 strukturelle Schwächen. Die zehn größten Positionen machen rund 38 % des gesamten Index aus – eine erhebliche Konzentration auf eine Handvoll Technologieaktien. Wer ausschließlich in den S&P 500 investiert, verzichtet auf wichtige Diversifikationsquellen, die das Portfolio stabiler und renditeträchtiger machen können.

Folgende Anlageklassen bleiben bei einem reinen S&P-500-Portfolio außen vor:

Nebenwerte und Mid Caps:

Der Vanguard Total Stock Market ETF (VTI) hält rund 3.500 Aktien. Die etwa 3.000 Titel, die nicht im S&P 500 enthalten sind, repräsentieren rund 25 % der gesamten US-Börsenkapitalisierung. Small und Mid Caps haben eine andere Sektorallokation und zyklische Ausrichtung.

Internationale Aktien:

Ausländische Aktien können sehr gut abschneiden, wenn US-Aktien stagnieren – wie zuletzt zu beobachten war. Sie reagieren auf andere wirtschaftliche Faktoren als US-Unternehmen.

Festverzinsliche Wertpapiere:

Anleihen gleichen das Portfoliorisiko aus und liefern eine wichtige Einkommenskomponente. Je näher Anleger dem Ruhestand kommen, desto wichtiger wird dieser Baustein.

Gold:

Edelmetalle schneiden in Inflationsphasen und bei geopolitischen Unruhen gut ab und weisen traditionell eine sehr geringe Korrelation zu Aktien auf.

Kryptowährungen:

Bitcoin und andere digitale Assets haben sich zu einer legitimen Anlageklasse entwickelt. Ein kleiner Anteil im Portfolio kann sinnvoll sein.

Diversifikation als Schlüssel zur Altersvorsorge

Mehr als nur US-Large-Caps zu halten ermöglicht es Anlegern, an verschiedenen Marktzyklen teilzuhaben, die Gesamtvolatilität des Portfolios zu glätten und ein Portfolio aufzubauen, das besser zu den eigenen Zielen und der persönlichen Risikotoleranz passt. Gerade für deutsche Privatanleger, die oft ohnehin einen Großteil ihres Vermögens in heimischen oder europäischen Werten halten, kann eine bewusste Ergänzung durch verschiedene Anlageklassen besonders wertvoll sein.

Der S&P 500 bleibt ein ausgezeichnetes Kerninvestment – aber eben nur ein Kern. Wer langfristig für den Ruhestand vorsorgt, sollte die Kraft des Zinseszinseffekts nutzen und dabei die gesamte Weltwirtschaft im Blick behalten, statt sich auf einen einzigen Index zu verlassen.

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