Rekord: 14,1 Millionen Deutsche investieren in Aktien
Die Deutschen entdecken die Börse: Noch nie zuvor gab es hierzulande so viele Aktionäre wie 2025. Besonders ETFs und Sparpläne treiben den Boom – vor allem bei jüngeren Anlegern.

**Historischer Höchststand bei deutschen Aktionären
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Die Aktienkultur in Deutschland erreicht einen neuen Meilenstein: 14,1 Millionen Menschen investieren mittlerweile in Aktien, ETFs und Fonds. Das entspricht einem Zuwachs von 2 Millionen Anlegern oder 16,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie aktuelle Zahlen des Deutschen Aktieninstituts (DAI) zeigen. Seit der Finanzkrise 2010 hat sich die Zahl der Aktionäre um beachtliche 65 Prozent erhöht.
"Die Menschen in Deutschland haben erkannt, dass für gute Langfristerträge kein Weg an der Aktie vorbeiführt", erklärt Henriette Peucker, Geschäftsführende Vorständin des DAI. Die Entwicklung zeige, dass Aktienanlagen mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen seien – auch bei Anlegern mit geringerem Einkommen.
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ETFs dominieren die Anlagestrategien
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Deutschland entwickelt sich zum ETF-Land: Mehr als die Hälfte aller Aktionäre (52 Prozent) setzt auf börsengehandelte Indexfonds wie den MSCI World. Dieser hätte Anlegern im vergangenen Jahr eine Rendite von knapp sieben Prozent beschert – aus 10.000 Euro wären 10.700 Euro geworden. Fondssparpläne folgen mit 26 Prozent Anteil, während Einzelaktien-Sparpläne nur 15 Prozent der Anleger nutzen.
Ein Teil des Anstiegs erklärt sich durch einen methodischen Effekt: Erstmals wurden 2025 auch Sparpläne für vermögenswirksame Leistungen (VL) in die Statistik aufgenommen. Doch selbst bereinigt um diesen Faktor bleiben 13,7 Millionen Aktionäre – ein neuer Rekord.
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Junge Generation setzt auf Sparpläne
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Besonders auffällig ist der Generationenunterschied: 51 Prozent der 14- bis 39-Jährigen investieren regelmäßig über Sparpläne, fast die Hälfte (49 Prozent) nutzt ETFs. Bei den über 40-Jährigen liegt die Sparplan-Quote nur bei 30 Prozent, ETFs nutzen lediglich 25 Prozent.
Die jüngste Altersgruppe zeigt das stärkste Wachstum: Bei den 14- bis 19-Jährigen hat sich die Aktionärsquote von 4,5 Prozent (2021) auf 10,6 Prozent mehr als verdoppelt. Treiber dieser Entwicklung sind Kinderdepots, die Neobroker wie Trade Republic und Scalable Capital verstärkt anbieten.
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Frauen holen auf, Einkommensschere bleibt
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Zur AktienanalyseDie Börse bleibt zwar eine Männerdomäne mit 61,7 Prozent männlichen Aktionären, doch Frauen holen deutlich auf: Ihre Zahl stieg um 24 Prozent auf 5,4 Millionen, während bei Männern nur ein Plus von zwölf Prozent zu verzeichnen war.
Deutlich zeigt sich weiterhin der Zusammenhang zwischen Einkommen und Börsenaktivität: Nur zwölf Prozent der Aktionäre verdienen unter 2.000 Euro netto monatlich. Bei Einkommen ab 4.000 Euro liegt die Quote mit 47,1 Prozent fast viermal höher.
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Frühstart-Rente soll Trend verstärken**
"Der gesellschaftliche Rückenwind für die Aktie ist so stark wie nie", betont DAI-Vorständin Peucker. Die geplante Frühstart-Rente könnte den Trend weiter befeuern: Ab 2026 sollen sechsjährige Kinder einen monatlichen Staatszuschuss von zehn Euro für ein Altersvorsorgedepot erhalten.
Dass das DAI diese Initiative begrüßt, überrascht wenig: Zu den rund 200 Mitgliedern zählen Vermögensverwalter wie Amundi und BlackRock sowie Banken wie ING und flatexDEGIRO – Unternehmen, die direkt von der wachsenden Aktienbegeisterung profitieren.


