Renault trotz Milliardenverlust profitabler als Volkswagen und Stellantis
Nissan-Abschreibung drückt Franzosen ins Minus – operative Marge aber deutlich über deutschen Rivalen

Der französische Autobauer Renault hat 2025 erstmals seit fünf Jahren einen Nettoverlust verbucht. Unter dem Strich steht ein Minus von 10,9 Milliarden Euro in den Büchern. Der Löwenanteil von 9,3 Milliarden Euro geht auf eine massive Abschreibung der Beteiligung am angeschlagenen japanischen Partner Nissan zurück.
An der Pariser Börse reagierten Anleger nervös auf die Zahlen. Die Renault-Aktie verlor am Mittwoch knapp fünf Prozent. Bereits im Gesamtjahr 2024 hatte das Papier rund 25 Prozent an Wert eingebüßt – auch 2025 läuft es bisher nicht besser für die Aktionäre.
Der verschärfte Preiskampf und die wachsende Konkurrenz aus China haben auch das operative Geschäft belastet. Das Betriebsergebnis sank um 15 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Das Management senkte zudem die Prognose für die Umsatzrendite von 6,3 auf 5,5 Prozent.
Deutlicher Vorsprung vor deutschen Konkurrenten
Trotz der Gewinnwarnung liegt Renault operativ deutlich besser im Rennen als die deutsche Konkurrenz. Volkswagen kommt nur auf eine Marge zwischen zwei und drei Prozent. Bei Stellantis, zu dem auch Opel gehört, liegt die Rendite sogar im negativen Bereich.
Der Erfolg der Franzosen basiert vor allem auf der Konzernmarke Dacia. Die günstigen Modelle treffen den Nerv der Kunden und halten auch der chinesischen Konkurrenz stand. Zudem floriert das E-Auto-Geschäft: Der Absatz elektrischer Fahrzeuge legte um beeindruckende 77 Prozent zu. Auch Hybrid-Modelle waren stark nachgefragt.
Insgesamt verkaufte Renault 2,34 Millionen Fahrzeuge – ein Plus von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Konzernumsatz kletterte um drei Prozent auf 57,9 Milliarden Euro.
Expansion außerhalb Europas geplant
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Zur AktienanalyseKonzernchef François Provost treibt ein umfassendes Kostensenkungsprogramm voran. Gleichzeitig will er Renault stärker auf Wachstumsmärkte außerhalb Europas ausrichten – insbesondere auf Indien und Lateinamerika. Mittelfristig peilt das Management eine operative Marge zwischen fünf und sieben Prozent an.
Der DAX drehte unterdessen nach einem freundlichen Start ins Minus. Am frühen Nachmittag verlor der deutsche Leitindex 0,9 Prozent und notierte knapp über seinem Tagestief bei 25.031 Punkten. Die am Vortag zurückeroberte Marke von 25.000 Zählern bleibt hart umkämpft. Rückenwind von der Wall Street blieb aus – die Futures auf die großen US-Indizes tendierten moderat schwächer.


