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Revolut plant Börsengang mit Bewertung von 200 Milliarden Dollar

Das britische Fintech-Unternehmen Revolut peilt für seinen geplanten Börsengang eine Rekordbewertung von bis zu 200 Milliarden US-Dollar an.

Revolut plant Börsengang mit Bewertung von 200 Milliarden Dollar

Das britische Fintech-Unternehmen Revolut strebt bei einem geplanten Börsengang eine Bewertung von 150 bis 200 Milliarden US-Dollar an. Dies geht aus Informationen hervor, die das Unternehmen Investoren im Rahmen seiner Börsenpläne mitgeteilt hat. Intern sowie mit einigen Unterstützern haben Führungskräfte diese Zielbewertung bereits erörtert, wie Investoren und Kreise innerhalb der Bank der Financial Times berichteten.

Revolut-Gründer Nik Storonsky bekräftigte diese Woche, dass ein Börsengang frühestens 2028 angestrebt werde. In einem Bloomberg-Interview mit Carlyle-Vorsitzendem David Rubenstein begründete er den Schritt mit dem Vertrauensaspekt: „Wir sind eine Bank, und für eine Bank ist Vertrauen extrem wichtig. Börsennotierten Unternehmen wird mehr Vertrauen entgegengebracht als privaten Unternehmen." Eine dem Unternehmen nahestehende Person erklärte jedoch, dass kein formelles Bewertungsziel festgelegt worden sei. Revolut selbst lehnte eine Stellungnahme ab.

Milliarden-Paket für Gründer Storonsky

Das Erreichen der anvisierten Bewertung hätte für Storonsky persönlich enorme finanzielle Konsequenzen. Im Rahmen einer langjährigen Vereinbarung erhöht sich sein Unternehmensanteil um mehrere Prozentpunkte, sobald Revolut eine Bewertung von 150 Milliarden US-Dollar erreicht. Storonsky erklärte im Dezember in einem russischsprachigen Interview, dass sein Anreizpaket ihn dazu berechtigen würde, rund 40 Prozent des Unternehmens zu halten, sollte es eine Bewertung von 200 Milliarden US-Dollar erreichen. Damit würde sein Anteil mit etwa 80 Milliarden US-Dollar bewertet – ein Vergütungspaket im Stil von Elon Musk, wie die FT bereits berichtete.

Eine solche Bewertung würde eine Fortsetzung der rasanten Expansion des Unternehmens voraussetzen. Bei der letzten Finanzierungsrunde im November wurde Revolut mit 75 Milliarden US-Dollar bewertet – ein deutlicher Anstieg gegenüber 45 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024. Im Zuge dieser Runde gewann das Unternehmen neue Unterstützer, darunter den Chiphersteller Nvidia.

Sekundäraktien-Verkauf noch vor dem Börsengang

Kurzfristig bereitet Revolut einen Verkauf von Sekundäraktien vor, um bestehenden Geldgebern – darunter die Risikokapitalgesellschaften Balderton Capital und Index Ventures – den teilweisen Ausstieg aus ihren Beteiligungen zu ermöglichen. Mit der Angelegenheit vertraute Personen gehen davon aus, dass dieser Verkauf in der zweiten Jahreshälfte stattfinden wird und das Unternehmen dabei mit mehr als 100 Milliarden US-Dollar bewertet wird.

Seit seinem Start im Jahr 2015 hat sich Revolut zum wertvollsten Start-up Europas entwickelt. Im vergangenen Jahr stieg der Vorsteuergewinn der Gruppe um 57 Prozent auf 1,7 Milliarden Britische Pfund, bei einem Umsatz von 4,5 Milliarden Britischen Pfund. Der Gewinnsprung resultierte maßgeblich aus einem Umsatzplus von 67 Prozent durch Nutzer, die Premium-Dienste abonniert haben.

Britische Banklizenz als Wachstumsmotor

Investoren betrachten den Erhalt der vollständigen britischen Banklizenz als entscheidend für die weitere Wachstumsstrategie des Fintechs. Nach vierjähriger Wartezeit wurde Revolut im vergangenen Monat die Lizenz erteilt. Sie erlaubt es dem Unternehmen nun, Kundeneinlagen direkt entgegenzunehmen und diese für die Vergabe von Krediten zu nutzen – ein entscheidender Schritt, um in lukrative, von traditionellen Banken dominierte Märkte vorzudringen.

Führungskräfte sind zudem überzeugt, dass die Zulassung durch die britische Aufsichtsbehörde die Chancen auf Banklizenzen in anderen Ländern erhöht. Konsequenterweise hat Revolut im vergangenen Monat auch eine US-Banklizenz beantragt. Für europäische Fintech-Investoren und Beobachter bleibt Revolut damit eines der spannendsten Börsenkandidaten der kommenden Jahre.

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