Rewe-Chef Souque: Iran-Krieg trifft Lebensmittelpreise bisher kaum
Trotz geopolitischer Spannungen meldet Rewe-Chef Lionel Souque nur minimale Preissteigerungen – Eigenmarken sogar bei null Prozent Inflation.

Der Konflikt im Iran schlägt bislang kaum auf die Supermarktregale durch. Rewe-Chef Lionel Souque erklärte gegenüber der WirtschaftsWoche, dass der Iran-Krieg derzeit noch keine spürbaren Auswirkungen auf die Lebensmittelpreise des Konzerns habe. Die Aussagen fielen anlässlich der Veröffentlichung der Rewe-Geschäftszahlen für das Jahr 2025.
Konkret bezifferte Souque die Teuerungsrate Ende März auf lediglich rund ein Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – gemessen am gesamten Sortiment. Damit liegt die Preisentwicklung bei Rewe deutlich unter dem, was viele Verbraucher angesichts der angespannten geopolitischen Lage befürchtet haben dürften.
Eigenmarken als Stabilitätsanker
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den Eigenmarken des Handelsriesen: Hier registrierte Rewe laut Souque sogar null Prozent Inflation. Eigenmarken gelten im Lebensmitteleinzelhandel traditionell als günstigere Alternative zu Markenprodukten und sind für preisbewusste Verbraucher ein wichtiger Orientierungspunkt. Dass diese Produktgruppe keinerlei Preisanstieg verzeichnet, dürfte viele Haushalte entlasten.
Für Privatanleger, die den deutschen Lebensmitteleinzelhandel im Blick behalten, sind solche Signale durchaus relevant. Die Preisstabilität bei einem der größten deutschen Handelskonzerne kann als Indikator für die allgemeine Konsumstimmung und die Kaufkraft der Verbraucher gewertet werden. Bleibt die Inflation im Lebensmittelbereich niedrig, stützt das tendenziell den privaten Konsum – ein wichtiger Faktor für die Konjunktur insgesamt.
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Zur AktienanalyseDie Frage, wie sich internationale Konflikte auf Lieferketten und damit auf Verbraucherpreise auswirken, beschäftigt Märkte und Anleger weltweit. Gerade nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre – mit massiven Preissteigerungen infolge von Lieferkettenunterbrechungen und Energiepreisschocks – ist die Sensibilität für solche Risiken hoch. Souques Einschätzung liefert zumindest für den deutschen Lebensmittelhandel aktuell Entwarnung.
Rewe gehört zu den größten Handelsunternehmen Deutschlands und ist damit ein wichtiger Gradmesser für die Preisentwicklung im täglichen Bedarf. Die Aussagen des Konzernchefs geben einen seltenen Einblick in die aktuelle Kostensituation eines der bedeutendsten Akteure im deutschen Einzelhandel – und signalisieren vorerst Stabilität.


