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Rheinmetall erwartet milliardenschweren Auftragsboom

Konzern plant Umbau von Autowerken und deutlichen Personalzuwachs aufgrund erhöhter Nato-Verteidigungsausgaben

Rheinmetall erwartet milliardenschweren Auftragsboom

Rheinmetall erwartet aufgrund steigender europäischer Verteidigungsausgaben bis zum Jahr 2030 ein Auftragspotenzial zwischen 300 und 400 Milliarden Euro. Vorstandschef Armin Papperger rechnet damit, dass Europas Nato-Staaten künftig zwischen 2,5 und 3,5 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für Verteidigung aufwenden werden. Hintergrund dieser Entwicklung sind die Bedrohung durch Russland sowie die Erwartung aus Washington, dass Europa zunehmend selbst für seine Sicherheit sorgen müsse. Zum Jahreswechsel betrug das gesamte Auftragsvolumen von Rheinmetall bereits 55 Milliarden Euro, während es vor dem Ukraine-Krieg lediglich 24,5 Milliarden Euro waren.

Um eine mögliche Auftragsflut im dreistelligen Milliardenbereich zu bewältigen, hält Papperger schnelle Entscheidungen bei den staatlichen Verteidigungsbudgets für unabdingbar. Erst dann könne Rheinmetall in den notwendigen Ausbau der Produktionskapazitäten investieren. Personalaufstockungen sind ebenfalls geplant; in zwei Jahren sollen rund 40.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Konzern arbeiten – das entspräche einem Zuwachs von 8.000 Beschäftigten gegenüber dem aktuellen Stand. Zudem will Rheinmetall bisherige Standorte aus dem schwächelnden Automotive-Bereich auf die Rüstungsproduktion umrüsten, beispielsweise im nordrhein-westfälischen Neuss. Mitarbeiter sollen möglichst im Unternehmen verbleiben und in den Verteidigungsbereich wechseln.

Auch eine Übernahme von Werken aus der Automobilbranche zieht Rheinmetall in Betracht. Der Vorstandschef äußerte sich zurückhaltend bezüglich des Volkswagen-Werks in Osnabrück, da dessen Anlagen nur eingeschränkt für die Rüstungsproduktion geeignet seien und hohe Umbaukosten anfallen könnten. Grundsätzlich ziehe er jedoch eine Werksübernahme einer kompletten Neugründung vor. Rheinmetall kooperiert bereits mit Volkswagen bei der Produktion von Militärlastwagen.

Die jüngst vorgestellten Jahreszahlen von Rheinmetall für das Jahr 2024 fielen sehr positiv aus: Der Umsatz stieg um 36 Prozent auf rund 9,8 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis erreichte mit rund 1,5 Milliarden Euro (+61 Prozent) den höchsten Wert in der Geschichte des Unternehmens. Etwa 80 Prozent des Umsatzes werden mittlerweile im Rüstungsgeschäft erwirtschaftet, das Automotive-Geschäft hingegen verliert zunehmend an Bedeutung.

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs hat Rheinmetall von der Regierung in Kiew Aufträge im Umfang von über sechs Milliarden Euro erhalten. Besonders groß ist der Bedarf der Ukraine an Artilleriemunition. Neben Europa spielt auch der US-Markt für Rheinmetall eine wesentliche Rolle. Dort hofft das Unternehmen weiterhin auf einen Großauftrag im Umfang von 45 Milliarden Dollar für Schützenpanzer.

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